Pflasterverbände für jeden Einsatzzweck

Waren Pflastersteine früher meist aus Natursteinen wie Granit, sind heute solche aus Beton angesagt. Betonpflaster gibt es in den verschiedensten Formen, Größen und Farben.

Gerwing Steinwerke GmbH

Verlegearten

Beim privaten Hausbesitzer sind Pflasterungen zum Beispiel bei Terrassen, Wegen oder Einfahrten allgegenwärtig. Ist zum Beispiel bei Knochensteinen die Verlegeart bereits durch die Form vorgegeben, so gibt es bei rechteckigen Steinen viele Möglichkeiten der Verlegung. So kann zum Beispiel mit der Verlegerichtung, mit der Größe der Steine oder mit der Anordnung der Fugen experimentiert werden. Einige gebräuchliche Pflasterverbände sollen hier einmal vorgestellt werden.

Arten von Pflasterverbänden

Läuferverband

Einer der am häufigsten verwendeten Verbände bei rechteckigen Pflastersteinen ist der Läuferverband. Steine verschiedener Länge, aber gleicher Breite werden bei diesem Verband aneinander gereiht. Der Pflasterer folgt hierbei keinem bestimmten Schema. Es ist also gleich, ob auf zwei lange Steine zum Beispiel ein kurzer Stein folgt oder ob erst zwei kurze Steine verlegt werden, dann ein mittlerer und schließlich ein langer Pflasterstein. Auf diese Weise wirkt die Pflasterfläche abwechslungsreich und interessant. Insgesamt ist darauf zu achten, dass kein immer wiederkehrendes Schema zu erkennen ist. Zudem dürfen bei diesem Verband keine Kreuzfugen auftreten.

Parkett-, Kreuzfugen- & Blockverband

Betonplatten werden meist im Parkett-, Kreuzfugen- bzw. Blockverband verlegt. Hier sind die Kreuzfugen Programm, d.h. die gleichgroßen Platten liegen alle in Reih und Glied und vier Platten treffen an einer Stelle zusammen – der Kreuzfuge. Dadurch entsteht ein sehr formaler, klassischer Eindruck. Damit alles ebenmäßig und gekonnt aussieht, ist bei der Verlegung besondere Achtsamkeit notwendig. Ist der Fugenabstand nicht überall gleich groß, so sieht man dies sofort. Will man einen solchen Verband optisch aufwerten, können geometrische Muster im Kreuzfugenverband mit andersfarbigen Steinen erzeugt werden. Bei stark strapazierten Verkehrsflächen oder sogar Straßen ist der Kreuzfugenverband ungeeignet, da er nur wenig belastbar ist.

Fischgrät- & Diagonalverband

Wenn die Fläche stark belastet werden könnte – etwa bei Garagenzufahrten -, kommt daher besser der Fischgrät- oder Diagonalverband zum Einsatz. Hier sind die Steine durch die spezielle Anordnung so miteinander verzahnt, dass die Lasten gleichmäßig verteilt werden. Beim Fischgrätmuster werden gleichgroße Steine verwendet, die einmal hochkant und einmal liegend gelegt werden. Die vier Steinfugen und die benachbarten Steine bekommen somit alle gleichzeitig einen Teil der Last zu tragen und es besteht nicht die Gefahr, dass die Steine sich unter Belastung verschieben. Im Straßenbau wird dieser Verband auch gerne verwendet, weil die Rollgeräusche reduziert werden.

Halb- & Eindrittelverband

Im Gegensatz zum Diagonalverband liegen beim Halbverband die Pflastersteine nur in einer Richtung. Auch hier kommen nur gleich große Steine zum Einsatz, die aber brav in einzelne Reihen hintereinander gelegt werden. Die nächste Reihe wird dann um einen halben Stein versetzt verlegt. Bei diesem klassischen Pflasterverband ist die Verlegung recht einfach und Kreuzfugen werden sowieso vermieden. Ein ähnlicher Verband ist der Eindrittelverband. Der Unterschied zum Halbverband liegt darin, dass die Steine von Reihe zu Reihe um ein Drittel anstatt um die Hälfte versetzt gepflastert werden.

Reihenverband

Mindestens zwei unterschiedliche Steingrößen werden beim Reihenverband verwendet. In einer Reihe liegen hier Steine einer Größe. Auf die ganze Pflasterfläche betrachtet, können sich die Steine in ihrer Länge und Breite willkürlich unterscheiden. Es ist jedoch nicht notwendig, jede Reihe mit einer anderen Steingröße zu beginnen. Es können durchaus auch zwei gleiche Steinreihen aufeinander folgen. Dem Pflasterer ist hier völlig freie Hand gelassen. Das einzige, auf das er achten muss, ist, dass keine Kreuzfugen entstehen. Die Steine der einzelnen Reihen müssen also versetzt zueinander verlegt werden.

Römischer & Wilder Verband

Seiner Kreativität vollends freien Lauf lassen kann der Pflasterer beim Römischen Verband. Dieser wird demzufolge auch häufig als Wilder Verband bezeichnet. Wild bedeutet in diesem Fall auch wirklich wild. Die Steine können jede beliebige Form und Größe besitzen. Auch ist es egal, ob sie stehend oder liegend versetzt werden. Konfusion ist hier das oberste Gebot, auch wenn Kreuzfugen hier möglichst nicht vorkommen sollten. Ganz vermeiden lassen sie sich jedoch häufig nicht. Besonders wirkungsvoll ist der Römische Verband bei großen Plätzen oder Hofflächen und wenn keine bestimmte Verlegerichtung betont werden soll.