Natursteinpflaster im Überblick

Schon seit Jahrtausenden wird Naturstein für die Befestigung von Flächen und Wegen verwendet. Als dauerhafter Belag für den Außenbereich steht eine Vielzahl von Pflastersteinen aus Naturgesteinen zur Verfügung. Aufgrund der unterschiedlichen Eigenschaften von Gestein gibt es für jeden Einsatzbereich das richtige Pflaster im passenden Format. Pflaster aus Naturstein ist sehr individuell sowohl was Farbe als auch die Form jedes einzelnen Steins angeht. Deshalb werden an die Verlegung besonders hohe Anforderungen gestellt. 

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Formate

Pflaster aus Naturstein wird im Steinbruch abgebaut und dort in die entsprechenden Formate geschlagen beziehungsweise gebrochen. Die Maßtoleranzen betragen je nach Format bis zu 1 cm. Die Ränder der Natursteine sind meist ungleichmäßig und uneben. Dies macht jede Pflasterfläche zu einem Einzelstück und ergibt in der Gesamtheit ein besonders reizvolles Fugenbild. Generell lassen sich die Natursteinpflasterformate folgendermaßen untergliedern:

Großsteinpflaster

Großsteinpflaster wird hauptsächlich für großflächige Verlegungen eingesetzt. Das Pflasterbild wirkt insgesamt recht grob.

Großsteinpflaster ist in folgenden Größen vorhanden: 

  • 13 / 15 mit Kantenlängen von 14 x 14 cm bis 13 x 15 cm
  • 15 / 17 mit Kantenlängen von 16 x 16 cm bis 15 x 17 cm
  • 17 / 19 mit Kantenlängen von 18 x 18 cm bis 17 x 19 cm

Kleinpflaster

Kleinpflaster wird für die Pflasterung kleiner Flächen oder auch für Randeinfassungen und Ornamentverlegungen eingesetzt. Die Herstellung im Steinbruch erfolgt maschinell mit Hilfe von Hartmetallkeilen.

Folgende Formate sind erhältlich und üblich: 

  • 9 / 11 mit Kantenlängen von 10 x 10 cm bis 9 x 11 cm
  • 8 / 10 mit Kantenlängen von 9 x 9 cm bis 8 x 10 cm
  • 8 / 11 mit Kantenlängen von 9 x 9 cm / 10 x 10 cm bis 8 x 11 cm
  • 7 / 9 mit Kantenlängen von 8 x 8 cm bis 7 x 9 cm
  • 7 / 10 mit Kantenlängen von 8 x 8 cm / 9 x 9 cm bis 7 x 10 cm

Mosaikpflaster

Die kleinsten Natursteinpflasterformate werden als Mosaikpflaster bezeichnet. Es wird zur Einmischung in andere Pflasterformate, für Mosaike und Ornamente verwendet. Auch die Pflasterung schmaler Wege ist mit diesen Formaten möglich, wenn auch recht aufwendig.

Folgende Größen sind erhältlich: 

  • 6 / 8 mit Kantenlängen von 7 x 7 cm bis 6 x 8 cm
  • 5 / 7 mit Kantenlängen von 6 x 6 cm bis 5 x 7 cm
  • 4 / 6 mit Kantenlängen von 5 x 5 cm bis 4 x 6 cm
  • 3 / 5 mit Kantenlängen von 4 x 4 cm bis 3 x 5 cm

Weitere Formate

Findlinge und Kieselsteinpflaster können ebenfalls für die Pflasterung verwendet werden. Findlinge stammen aus Flüssen, im Laufe der Zeit hat das fließende Wasser die Kanten gerundet und eine individuelle Form geschaffen, die hauptsächlich zu Dekorationszwecken eingesetzt wird. Kieselsteinpflaster werden für das Anlegen von Ornamenten in Pflasterflächen genutzt und eignen sich dazu, Aussparungen zu verschließen.

Naturbaustoffe

Natursteinplatten

Natursteinplatten werden im Steinbruch mit Hilfe von Keilen gebrochen oder mit der Säge auf Format gebracht. Aus diesem Grund sind diese Platten, die zum Beispiel als Belag für Terrassen und andere Flächen eingesetzt werden, in beliebiger Dicke erhältlich. Als Platte wird Naturgestein ab einer Fläche von 0,25 m² und einer Stärke von 12 mm bezeichnet, zugunsten der Festigkeit und Standsicherheit werden meist Formate ab 0,33 m² verlegt. Die Breite der Platten liegt zwischen 10 und 60 cm.

Hergestellt sein können Natursteinplatten aus den Hartgesteinen Granit, Gneis oder Quarzit. Für Natursteinplatten eignen sich weiterhin die Weich- und Sedimentgesteine wie Marmor, Kalktuff, Muschelkalk, Nagelfluh, Plattenkalk und Sandstein. Eingesetzt werden Natursteinplatten nicht nur als Bodenbelag im Innen- und Außenbereich, sondern auch als Fassadenverkleidung, für Fensterbänke oder Treppen.

Basalt

Basalt ist ein Vulkangestein und gehört zu der weltweit am meisten verbreitetsten Gesteinsart. Es ist vorwiegend aus Eisen- und Magnesiumsilikaten zusammengesetzt. Basalt ist an seiner feinkörnigen und homogenen Struktur zu erkennen und ist in Farbvarianten zwischen dunkelgrau und schwarz erhältlich. Basalt findet man im Straßen- und Wegebau, aber ebenso als Belag für Terrassen und Gartenwege. Durch seine feinkörnige Struktur und die geringe Porosität ist dieser Stein sehr kratzfest und säureunempfindlich und deshalb dauerhaft haltbar und pflegeleicht. Die sehr glatte Oberfläche wird bei Nässe rutschig, durch entsprechende Oberflächenbehandlungen wird dieses Risiko gering gehalten.

Basalt ist in verschiedenen Formaten erhältlich, aufgrund der Splitterneigung wird Basaltpflaster häufig in kleineren Formaten angeboten und eignet sich für die Pflasterung von Wegen, für Randeinfassungen oder ornamentale Einschlüsse. Pflaster und Platten sind in gesägter oder geschlagener Ausführung erhältlich, die Oberfläche kann je nach Behandlung geriffelt, geschliffen oder poliert sein.

Granit

Granit ist aus erstarrtem Magma innerhalb der Erdkruste entstanden. Feldspat, Glimmer und Quarz sind die Hauptbestandteile dieses ausgesprochen harten Gesteins. Die Struktur von Granit ist mittel- bis grobkörnig, die Mineralien sind gleichmäßig im Gestein verteilt. Zu erkennen ist Granitpflaster meist an der richtungslosen Struktur der Oberfläche sowie am Fehlen einer Bänderung. Granit ist in den Farbnuancen hellgrau, gelblich, rötlich und bläulich erhältlich. Die hohe Widerstandsfähigkeit und Härte machen das Gestein für fast alle Pflasterungen im Innen- und Außenbereich geeignet.

Granitpflaster kann in allen Formaten verlegt werden und zählt zu den wichtigsten Pflastersteinen. Das Pflaster wird in zwei Güteklassen angeboten. In die Güteklasse I fallen ausgesuchte Steine mit geringen Maßtoleranzen innerhalb eines Formats. Zur Güteklasse II zählt Granitpflaster, das sowohl hinsichtlich der Maßhaltigkeit als auch was die Farbgebung angeht, großzügiger bemessen wird. Neben der Verlegung als Weg oder Fläche in verschiedenen Verbänden eignet sich Granit auch als Bordstein, als Begrenzung sowie als Randeinfassung.

Grauwacke

Grauwacke ist ein stark verfestigter Sandstein, der im Harz abgebaut wird. Das Sedimentgestein ist mit Anteilen aus Phyllit, Quarzit oder Tonschiefer versetzt und hat je nach den enthaltenen Anteilen verschiedene Farbtönungen von mittelgrau bis blass gelblich bis hin zu grünlich. Das verhältnismäßig weiche Gestein hat eine feine bis grobe Kornstruktur, vereinzelt sind an den Oberflächen Versteinerungen zu erkennen. Eingesetzt wird Grauwacke als Pflasterstein, für Arbeitsplatten oder für die Errichtung von Trockenmauern. Aufgrund der Witterungsbeständigkeit und der hohen Dichte kommt das Gestein oft auch als Schotter im Gleisbau zum Einsatz.

Grauwacke ist als Kleinpflaster in verschiedenen Größen sowie als hammerrecht bearbeitetes Großpflaster erhältlich. Ebenso wird das Gestein als Bordstein, für Blockstufen oder als Natursteinplatte gefertigt. Als gebrauchtes Altpflaster kann die Grauwacke bei der Verlegung im Hausgarten durch die unterschiedliche Abnutzung besonders individuell und alternativ wirken. Auch die Kombination mit anderen Gesteinsarten schafft einzigartige Flächen und Wege im häuslichen Garten.

Marmor

Marmor besteht zu einem Anteil von 80 % aus Calcit und entsteht aus fast reinen Kalksteinen. Es gibt dieses Gestein in unzähligen Farbvarianten zwischen weiß und schwarz. Besonders bekannt ist der Carrara-Marmor, der in Italien bereits seit der Zeit des römischen Reiches abgebaut wird. Marmor wird mit Hilfe von Seilsägen aus dem Steinbruch gelöst und anschließend mit unterschiedlichen Steinsägen weiterbearbeitet und in die entsprechenden Formate gebracht.

Als Pflasterstein ist Marmor gesägt, geschnitten oder gespalten erhältlich. Bei der Verwendung im Außenbereich ist zu beachten, dass Marmor säureempfindlich ist und je nach Sorte über eine hohe Wasseraufnahmefähigkeit verfügt. Als frostsicher gilt der Carrara-Marmor. Marmor, insbesondere der Carrara-Marmor wird häufig für Ornamente im Pflaster eingesetzt, durch die attraktive Farb- und Materialkontraste entstehen. 

Sandstein

Dieses weiche Gestein besteht aus Sandkörnern, die durch verschiedene Bindestoffe wie Calcit, Eisenoxide oder Tonminerale miteinander verklebt sind. Sandstein kommt in vielen Gegenden der Welt vor, häufig wird das heute verwendete Sandsteinpflaster aus Indien importiert.

Eingesetzt wird Sandstein traditionell für Bauwerke und als Gestaltungselement. Als Pflastermaterial oder als Belag für den Innen- und Außenbereich ist Sandstein in den verschiedenen Formaten ebenfalls üblich und geeignet. Allerdings ist das Material nur begrenzt frostsicher und nicht beständig gegen Tausalze. 

Travertin

Travertin zählt zu den sogenannten Quellkalken. Das Gestein aus Kalkstein ist in unterschiedlicher Porosität erhältlich und weist immer helle Farbtöne zwischen gelb und braun auf. Als Pflaster kann Travertin offenporig oder gespachtelt bezogen werden. Es wird für Skulpturen, ebenso aber auch für Mauersteine oder Terrassenplatten eingesetzt. Besonders dann, wenn die Flächen und Wege eine mediterrane Ausstrahlung erhalten sollen, ist Travertin durch seine Farbgebung ideal.

Für den Außenbereich sollte frostbeständiges Material gewählt werden, die Rutschsicherheit ist aufgrund der Oberflächeneigenschaften bei getrommelten oder geschliffenen Platten in der Regel gewährleistet, lediglich gebürstete Oberflächen sollten vermieden werden.