Terrasse und Balkon

Wenn die Fliesen auf dem Balkon beschädigt sind

Eine Wohnung ohne Balkon ist wie ein Sommer ohne Sonne – und wer möchte darauf schon verzichten. Ob für die Grillparty oder die Zigarettenpause – ein Balkon hat viele Funktionen. Und auch viel zu erleiden.

colourbox.de

Ursachen und Gefahren

Im Sommer heizt die Sonne dem Balkon mächtig ein und im Winter setzen ihm Schnee und Frost zu. Die Folge sind kleine Risse, die dann sehr schnell zu einem ausgewachsenen Bauschaden werden können. Fugen fangen an zu bröckeln und Fliesen platzen ab. Dann dauert es nicht mehr lange, bis auch die Konstruktion, also die Betonplatte des Balkons, Schaden aufnimmt. Häufig sind Ausführungsmängel Ursache für Schäden am Balkon, aber auch an einer einwandfreien Arbeit nagt irgendwann der Zahn der Zeit.

Die Ursachen für Fliesenschäden auf dem Balkon sind in aller Regel im Unterbau zu finden bzw. darin, dass Unterbau und Fliesen sich unterschiedlich verhalten. An einem heißen Sommertag heizen sich die Fliesen zum Beispiel extrem auf. Dabei dehnen sie sich aus und wenn der Unterbau nicht die gleiche Dehnung erfährt, lösen sich beide zwangsläufig an der schwächsten Stelle voneinander. Dann gibt es plötzlich Risse in den Fugen, die in das Wasser ungehindert eindringen kann. Ist das der Fall, ist es eigentlich schon zu spät, denn der nächste Frost kommt bestimmt. Die Folgen des Frostes sind dann im nächsten Frühjahr zu sehen, wenn die Fliesen reihenweise hoch gekommen und abgeplatzt sind. Nun kann nur noch eine Balkonsanierung helfen.

Was ist zu beachten?

Es gibt allerdings keine allein seligmachende Methode der Balkonsanierung. Je nach Art des Schadens und je nach Vorliebe des Sanierers bzw. des Hausherrn kommen verschiedene Methoden zum Einsatz. Angesetzt wird in den meisten Fällen bei der Schwachstelle – also beim Verbund zwischen Belag und Untergrund.

Dabei sind grundsätzlich zwei Ansätze zu beobachten: Entweder werden Belag und Untergrund entkoppelt, so dass beide sich unabhängig voneinander ausdehnen und zusammenziehen können. Die andere Möglichkeit ist, mit sehr flexiblen Materialien zu arbeiten, so dass der Belag alle Bewegungen klaglos mitmachen kann, ohne daran zu zerbrechen. Klar ist auf jeden Fall, dass aufeinander abgestimmte Systeme zum Einsatz kommen müssen, damit dem Balkon ein langes und sorgenfreies Leben bevorsteht.

Balkonsanierung mit Entkopplungsmatten

Sofern der alte Belag bleiben kann, sind Entkopplungsmatten eine einfache und sichere Lösung der Balkonsanierung. Der Altbelag sollte fest sein und keine Hohlstellen aufweisen. Gegebenenfalls sind diese mit Spachtelmasse zu beseitigen. Anschließend wird der Balkon mit einer Dichtungsschlämme versiegelt, so dass keine Feuchtigkeit mehr in den Balkonbelag eindringen kann. Da diese Schlämme diffusionsoffen ist, kann vorhandene Feuchtigkeit aus der Konstruktion entweichen.

Die Entkopplungsmatte wird dann anschließend auf der Abdichtungsschicht verlegt. Das geschieht bei manchen Systemen schwimmend, bei manchen Systemen wird die Entkopplungsmatte jedoch auch in einen Fliesenkleber gebettet. Die Entkopplungsmatte sorgt nicht nur dafür, dass Untergrund und Fliesen voneinander unabhängig agieren können, sie wirkt auch als Drainage, so dass Wasser problemlos ablaufen kann. Auf der Entkopplungsmatte werden schließlich die Fliesen verlegt. Es ist dabei ein sehr flexibler Fliesenkleber zu verwenden, der zudem frostsicher ist und damit im Außenbereich verwendet werden kann.

Balkonsanierung mit Flüssigkunststoff

Dem alten Balkonbelag können auch Gummistiefel in Form eines Flüssigkunststoffs angezogen werden. Diese Art von Balkonsanierung funktioniert allerdings nur, wenn die übrige Konstruktion nahezu trocken ist, denn Feuchtigkeit kann nach dem Kunststoffüberzug nicht mehr entweichen. Andernfalls wären die nächsten Schäden bereits vorprogrammiert. Die Bauteilrestfeuchte darf demnach höchstens vier Prozent betragen.

Es bleibt jedoch nicht beim reinen Kunststoffüberzieher. In den noch flüssigen Kunststoff können zum Beispiel Farbchips oder kleine Natursteinchen eingestreut werden. Letztere verhindern, dass der Mensch bei Regen auf seinem Balkon ausrutscht. Mit einem Überzug allein ist es natürlich nicht getan. Zusätzlich sollten Randprofile angebracht werden, die dafür sorgen, dass Regenwasser sauber abläuft und keine Schmutzspuren an den Stirnseiten des Balkons hinterlässt. Die Profile lassen sich zum Beispiel auf dem bestehenden Gefälleestrich montieren. Wird ein neuer Gefälleestrich notwendig, können die Profile auch darin eingebettet werden.

Balkonsanierung mit Bauplatten

Für den Heimwerker ist die Balkonsanierung mit Bauplatten interessant. Man kann dafür natürlich nicht eine x-beliebige Bauplatte verwenden, sie sollte schon speziell für diesen Zweck angeboten werden. Solche Platten besitzen eine Beschichtung, die sie wasserabweisend macht. Zudem bauen diese Platten Spannungen ab, sie wirken also entkoppelnd.

Die Bauplatten können einfach mit Dünnbettmörtel auf den vorhandenen Fliesenbelag aufgeklebt werden. Schadhafte sowie lose Fliesen müssen allerdings vorher entfernt werden. Durch Spachteln lässt sich dann der geforderte ebene Untergrund herstellen. Damit eine geschlossene, wasserundurchlässige Ebene entsteht, werden die Platten untereinander abgedichtet. Auch zur Wand hin muss abgedichtet werden. Zudem sorgen Balkonabschlussprofile für eine saubere Abdeckung der Kanten und dafür, dass das Regenwasser gut ablaufen kann. Die Fliesen werden abschließend in einem Dünnbettmörtel verlegt, der natürlich für den Außenbereich geeignet sein muss.

Kompletter Neuaufbau des Balkonbelags

Sind die Fliesen sehr stark geschädigt oder verträgt der Balkon keine weitere Schicht, weil sonst die Balkontür nicht mehr aufgeht, so bleibt nichts anderes übrig, als die alten Fliesen zu entfernen und zu entsorgen. Dann steht der komplette Neuaufbau an, bei dem mit flexiblen Dichtungsschlämmen und Dünnbettmörteln zu arbeiten ist. Diese nehmen dann die enormen Schubkräfte auf, so dass viele Jahre lang Ruhe in Sachen Balkon herrscht.

Zunächst müssen jedoch erst einmal Unebenheiten ausgeglichen und Ausbrüche beseitigt werden. Dazu kommen geeignete Wand- und Bodenspachtelmassen zum Einsatz. Besondere Schwachstellen sind immer auch der Übergang von Boden zur Wand sowie die Anschlussfugen. Diese müssen mit Dichtbändern abgedichtet werden. Sind Bodenabläufe vorhanden, so können diese mit speziellen Manschetten wasserdicht gemacht werden. Nun wird der Untergrund mit Dichtungsschlämme vor dem Eindringen von Wasser geschützt. Nach einer Trocknungszeit von einem Tag können die Fliesen verlegt werden.

Bei der Verlegung ist darauf zu achten, dass keine Hohlräume entstehen. Jeder Hohlraum ist bekanntlich ein Sammelplatz für Wasser. Und was dann bei Frost passiert, haben wir eingangs bereits ausführlich beschrieben. Beim Dünnbettmörtel ist darauf zu achten, dass dieser flexibel und für die Verwendung im Außenbereich geeignet ist. Er muss also wasserfest und frostbeständig sein. Gleiche Anforderungen muss auch der Fugenmörtel erfüllen, d.h. er muss für den hochbelasteten Außenbereich konzipiert sein.