Terrasse und Balkon

Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Holz- und Steinterrassen

Terrassen sind als Erweiterung des Wohnraums wichtiger Bestandteil eines Eigenheims. Der Eindruck, den die fertige Terrasse später macht, hängt in hohem Maß von der Art der Konstruktion und den gewählten Materialien ab.

Größtenteils werden Terrassen als Holz- oder Steinterrassen konzipiert. Die Anforderungen an Planung und Ausführung ähneln sich in einigen Bereichen. Im Vergleich zeigt jede Bauart spezifische Vor- und Nachteile zum Beispiel hinsichtlich Lebensdauer und Pflegeaufwand nach dem Einbau.

Holzterrassen – Planung und Konstruktion

Wie bei jedem Bauwerk bestimmt auch bei der Terrasse der Unterbau über die Lebensdauer und Tragfähigkeit der Konstruktion. Auf dieser Grundlage wird die Konstruktion aufgebaut. Sorgfältig gewählte Holzarten und sinnvolle Querschnitte gewährleisten eine lange Haltbarkeit bei angemessenem Wartungsaufwand.

Die Unterkonstruktion

  • Die Unterkonstruktion bildet die stabile Basis der Holzterrasse. Als Tragbalken wird Hartholz verwendet. Weichholz ist aufgrund der geringeren Festigkeit nur bedingt geeignet, die Verwendung von kesseldruckimprägniertem Kiefernholz ist jedoch möglich. Die Gefahr beim Einsatz von weichen Hölzern: Die Auszugsfestigkeit der Schrauben ist nicht gewährleistet, weiterhin ist Weichholz in den meisten Einbausituationen nicht beständig gegen Feuchtigkeit. Die Ausrichtung und die Konstruktionsabstände der Unterkonstruktion richten sich nach dem Querschnitt der Terrassendielen.
  • Die Abstände der Unterkonstruktion sollen in Abhängigkeit von der Brettdicke 40 bis 60cm betragen. Als Dielendicke sind für Hartholz eine Mindestdicke von 20mm, für Weichholz eine Mindestdicke von 27mm zu empfehlen. Die Dielen sollten maximal 145mm breit sein. Kurze Auflagerabstände begrenzen das Verziehen oder Verwerfen einzelner Bretter durch Quellen und Schwinden.
  • Wird die Unterkonstruktion auf Beton verbaut, ist auf eine stabile Befestigung zu achten. Die Terrassendielen müssen quer zur Entwässerungsrichtung verlaufen. Wird auf einer Erdschicht verlegt, empfiehlt sich als Untergrund eine verdichtete und stabilisierte Sand- oder Kiesschicht. Ein Vlies schützt vor der Durchwurzelung von Unkraut. Damit die UV-Strahlung das Wurzel-Vlies nicht schädigt, wird es mit einer Sandschicht abgedeckt. Für einen tragfähigen Unterbau der Unterkonstruktion können Gehwegplatten verlegt werden.

Dielen und Holzauswahl

  • Für die Terrassendielen können verschiedene Harthölzer verwendet werden. Beliebt sind Tropenhölzer wie Bangkirai, aber auch Douglasie oder Lärche eigne sich auf Grund ihrer Witterungsbeständigkeit. Esche kann ebenfalls verlegt werden, muss aber thermisch vorbehandelt sein, um die erforderliche Beständigkeit zu erreichen.
  • In Rillenrichtung der Dielen ist ein Gefälle von 1 bis 2% erforderlich. Vor dem Einbau sollte der Feuchtigkeitsgrad der Terrassendielen überprüft werden. Je nach Feuchtgehalt müssen die Abstände zwischen den Dielen entsprechend gewählt werden. Erfahrungsgemäß liegen die Holzwerte im Sommer bei etwa 10%, im Winter bei 25 bis 30%. Eine Einbaufeuchte von etwa 18% stellt den klimatischen Mittelwert dar. 
  • Jedes Brett muss über seine Breite mit mindestens zwei Edelstahlschrauben auf der Unterkonstruktion befestigt werden. Für die Dimensionierung der Schraubenlänge gilt: Brettdicke x 2,5. Insbesondere bei Hartholzdielen empfiehlt es sich, die Schraublöcher vorzubohren, um Spalten und Rissen vorzubeugen. Der Abstand der letzten Bohrung vom Brettende sollte mindestens 100mm betragen.
  • Für eine unsichtbare Verlegung der Dielen werden sogenannte Clipper eingesetzt. Die Clipper werden auf der Unterseite der Dielen montiert und mit der Tragkonstruktion verschraubt.
  • Im Randbereich der Konstruktion dürfen die Dielenbretter nicht zu weit frei überhängen. Das letzte Tragholz der Unterkonstruktion muss deshalb soweit außen wie möglich verlegt werden.
  • Linke wie rechte Brettseite können nach oben genommen werden. Entscheidend ist, dass die Verlegung einheitlich ist. Dies ist für glatte Querstöße wichtig.
  • Dielen aus Tropenholz schwinden im ersten Verlegejahr häufig stark, da sie frisch geschnitten geliefert werden. Durch den voraussichtlichen Schwund muss die Unterkonstruktion verwindungssteif und stabil sein. Begrenzt werden kann das Schwinden durch die Verwendung von schmalen Dielenbrettern. Besonders die Hölzer Bangkirai und Bongossi weisen hohe Schwindwerte auf: Bei einer Diele von 145mm Breite kann der Schwund 8 bis 12 mm betragen. Bei Brettbreiten bis 100mm wird der Schwund mit Abständen von 5mm zwischen den Dielen ausreichend berücksichtigt.
  • Splinthölzer sind generell nicht witterungsfest und damit wenig dauerhaft. Werden europäische Hölzer mit Splintholzanteil wie Kiefer, Douglasie oder Lärche gewählt, sollten diese kesseldruckimprägniert sein.
  • Die Terrassenränder werden nach der Verlegung gegebenenfalls mit Hilfe einer Schlagschnur gekappt. Randverkleidungen aus Holz oder Metall schützen die nicht witterungsbeständigen Hirnholzflächen.
  • Terrassendielen sind in der Regel geriffelt. Dies soll das Rutschen vermeiden, für schnelleres Abtrocknen versorgen und Abnutzungen weniger sichtbar machen. Inwieweit die Riffelung wirklich als Antirutschmaßnahme dient, ist umstritten.
  • Verschiedene Holzarten wie zum Beispiel Bangkirai sondern dunkle Inhaltsstoffe ab, wenn sie lange mit Wasser in Kontakt sind. Deshalb empfiehlt sich die Entwässerung über eine Regenrinne, ansonsten kann es zu Verfärbungen der Fassade kommen.
  • Durch eine Oberflächenbehandlung mit wasserabweisendem Holzschutz wird das Quell- und Schwundverhalten der Hölzer positiv beeinflusst, ebenso wird die Optik verbessert. Ohne Behandlung vergraut die Holzoberfläche in wenigen Jahren, es kann zu Verwerfungen und Rissen kommen.

Planungsgrundlagen für die Steinterrasse

Die Unterkonstruktion

  • Eine Terrasse aus Stein ist nur so stabil wie ihre Unterkonstruktion. Geschehen hier Fehler, wirkt sich das unmittelbar auf den Belag aus. Bereits bei der Planung des Unterbaus müssen grundsätzliche Überlegungen zur Entwässerung folgen: Das Wasser kann entweder nach unten über eine Drainage abgeführt oder fließt an der Oberfläche über eine Entwässerungsrinne ab. Verbleibt Wasser in der Konstruktion, führt dies zu Frost- oder auch Dampfdruckschäden.
  • Beim Bodenaushub für die Unterkonstruktion der Steinterrasse sollte bereits das Gefälle berücksichtigt werden. Wie tief der Aushub ist, richtet sich zum Beispiel nach der Belastung, aber auch nach der Bodenqualität, dem Material für die Tragschicht und dem Terrassenbelag. Ist ein Boden nur wenig tragfähig, kann die Stabilität durch Zementbeigaben und Verdichtung erhöht werden. Für Terrassen aus Stein geht man in der Regel von einem Aushub von 20cm bis Unterkante Pflasterfläche aus.
  • Werden Steine in Sand oder Split verlegt, ist eine Randeinfassung erforderlich, damit der Aufbau nicht wegrutscht. Terrassenunterbauten können aus Beton, Schotter oder Kies gefertigt werden. Betonunterbauten sind die aufwendigste und kostenintensivste Variante, Schottertragschichten werden am häufigsten verwendet. Korngestufte Kiestragschichten stellen die günstigste Variante dar. Diese Tragschichten sind wenig belastbar und ausschließlich für Terrassen und Fußwege geeignet. 

Das Pflastern

  • Ist der Unterbau fertiggestellt und abgezogen, wird gepflastert. Die  Art der Verlegung ist vom gewählten Material, der Pflasterform wie auch vom persönlichen Geschmack abhängig. Für spaltraue Pflasterplatten eignen sich unregelmäßige Verbände, auch verschiedene Steinmaterialien können so kombiniert werden. Weitere mögliche Verbandmuster sind Flechtzaunverband oder Ornamentverbände. Werden Terrassenplatten eingesetzt, dann wirken symmetrische Verlegemuster mit Kreuzfuge besonders modern und sauber. Üblich sind zum Beispiel der versetzte Verband oder der Kreuzfugenverband.
  • Die Pflastersteine werden einzeln im gewählten Verband verlegt und mit einem Gummihammer in Form gebracht. 

Das Verfugen

  • Im Anschluss an die Verlegung der Terrassensteine oder –platten erfolgt das Verfugen. Dafür können grundsätzlich vier verschiedene Materialien eingesetzt werden: Sand, Quarzsand, Gesteinsmehl oder Fugenmörtel. Die Art des Fugenmaterials richtet sich nach dem Unterbett. Ist im Betonbett verlegt, sollte auch ein starres Fugenmaterial in Form von Fugenmörtel auf Kunstharzbasis verwendet werden. Zementmörtel ist nicht geeignet, da auf dem Pflaster ein Zementschleier zurückbleiben kann. Wird loses Fugenmaterial verwendet, wird dies in die Fugen eingekehrt. Nach einer ersten Verdichtung werden die Fugen eingeschlämmt und die Fläche wird nochmals abgerüttelt. 

Entwässerung

  • Regenwasser muss von der Steinterrasse schnell abfließen können. Ideal ist, wenn das Oberflächenwasser in angrenzende unversiegelte Flächen wie Wiesen oder Beete ablaufen kann. Ist dies nicht möglich, dann muss mit Gefälle und einer Entwässerung in Form von Regenrinnen und Gullis gearbeitet werden. Das Wasser wird dann über Drainagerohre abgeleitet. 

Holzterrasse, Steinterrasse – Vorzüge und Nachteile im Überblick

Holzterrassen haben ebenso wie Steinterrassen Vor- und Nachteile. Generell hängt die Auswahl von den baulichen Gegebenheiten, den individuellen Möglichkeiten und dem Geschmack des Bauherrn ab. In der folgenden Tabelle sind Terrassen aus Holz und Stein mit ihren Eigenschaften sowie Vor- und Nachteilen gegenübergestellt:

  Holzterrasse Steinterrasse
Unterkonstruktion Aufwendig und kleinteilig, deshalb fehleranfällig; kostenintensiv Kostengünstige Unterkonstruktion als Unterbau aus Sand oder Schotter  
Möglichkeiten der Materialwahl Nur wenige Holzarten sind geeignet Zahlreiche Gesteinsarten in vielen verschiedenen Farben und Oberflächen sind in unterschiedlichen Preisklassen erhältlich  
Pflegebedarf Regelmäßiger Schutzanstrich erforderlich, da sonst das Material vergraut Kein Schutzanstrich nötig; Belag sollte vor Säure geschützt werden.  
Lebensdauer 20 bis 30 Jahre, je nach verwendetem Holz und Qualität des Aufbaus Die Lebensdauer wird nur durch die Qualität der Unterkonstruktion begrenzt. Das Material Stein lebt grundsätzlich „ewig“.  
Kosten Belag Je nach Material 60 bis 80€ für den lfd. Meter (z.B. Bangkiraiholz) Terrassenplatten sind ab 20€/m² erhältlich