Terrasse und Balkon

Langlebige Fundamente im Terrassenbau

Wie lange eine Terrasse schadensfrei und stabil bleibt, hängt in hohem Maße von der Gründung ab. Je nach Art des Bodens und Terrassenkonstruktion sind verschiedene Formen des Fundaments denkbar.

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Grundbedingungen beim Terrassenfundament

Die wichtigsten Grundbedingungen beim Terrassenfundament sind Tragfestigkeit und Frostsicherheit. Unzureichend dimensionierte oder mangelhaft ausgeführte Fundamente führen in wenigen Jahren zu Bauschäden wie Rissen, unterschiedlichen Setzungen oder losen Terrassenplatten. Je nach Belag wird das Terrassenfundament auf unterschiedliche Weise ausgeführt.

Mögliche Unterkonstruktionen für Holzterrassen im Überblick

Die Unterkonstruktion einer Holz-Terrasse kann auf verschiedene Arten ausgeführt werden. Grundsätzlich bestehen – in Abhängigkeit von den bauseitigen Voraussetzungen – folgende Möglichkeiten:

  • Flächenfundament aus Schotter bei natürlichem Untergrund wie Erdreich oder Rasen
  • Punktfundamente aus Beton bei natürlichem Untergrund wie Rasen und Beton
  • Fester (vorhandener) Untergrund, zum Beispiel Betondecke, Pflaster oder Steinboden

In speziellen Fällen kann der Aufbau auf einer mit Folie abgedichteten Fläche erfolgen, ist bereits eine ebene Fläche, zum Beispiel eine Fliesenfläche, vorhanden, kann die Terrassenkonstruktion dort aufgebaut werden. Die Aufbauhöhe kann in diesem Fall entsprechend reduziert werden.

Die einzelnen Fundamentarten in der Übersicht

Flächenfundamente für Holzterrassen auf gewachsenem Boden

Soll die Terrassenkonstruktion auf ein Flächenfundament aus Schotter aufgebaut werden, muss dieses Fundament stabil und frostsicher sein und darf sich weder heben noch senken. Die Frostsicherheit wird dadurch erreicht, dass das Wasser schnell von der Oberfläche in den Boden versickern kann. Da Mutterboden keine hohe Tragfähigkeit aufweist und vor allem bei Punktlasten leicht absackt, muss ein Untergrund geschaffen werden, der auch punktuelle Belastungen aufnehmen kann.

Zur Herstellung eines Flächenfundamentes für eine Holz-Terrasse geht man zum Beispiel folgendermaßen vor:

  • Der Mutterboden muss bis in eine Tiefe von 30 bis 40cm abgetragen werden. Die genaue Höhe richtet sich nach der Dicke des Mutterbodens sowie nach der geplanten Aufbauhöhe.
  • Soll die Terrasse ebenerdig verlegt werden, muss der Terrassenbelag entsprechend berücksichtigt werden.
  • Je nach Boden wird eine Kiesschicht als Sauberkeitsschicht eingebaut und verdichtet.
  • Der Aushub wird zu 4/5 mit grobem Schotter gefüllt, begradigt und mit dem Flächenrüttler verdichtet.
  • Das letzte Fünftel wird mit feinerem Material aufgefüllt und mit der Richtlatte sauber abgezogen. Empfehlenswert ist ein Gefälle von 1 bis 2%. Das Feinmaterial wird nicht verdichtet und dient zum Ausgleich von Unebenheiten im Grobschotter.
  • Als letzte Schicht empfiehlt sich ein Wurzelvlies. 

Auf diesen Unterbau kann anschließend die Terrasse verlegt werden. Zur Lastverteilung werden Betonplatten, zum Beispiel Gehwegplatten eingesetzt. Auf diesen wird die Unterkonstruktion der Terrasse verlegt. 

Terrassen-Fundamente als Punktfundamente

Weniger Ausschachtarbeit fällt bei der Herstellung von Punktfundamenten an. Für eine ausreichende Tragfähigkeit und Frostfreiheit müssen die Fundamente entsprechend tief im Erdboden verankert werden. Vor Beginn der Arbeiten müssen Anzahl und Lage der Fundamente festgelegt werden. In der Regel geben Hersteller die Abstände vor, als Faustregel gilt: Je größer die Querschnitte der Tragbalken, umso größer können die Abstände der Punktfundamente gewählt werden.

Bei der Herstellung der Punktfundamente empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Im ersten Schritt werden die Punktfundamente eingemessen. Anschließend erfolgt der Aushub auf mit einer Tiefe von 40 bis 50cm.
  • In die vorhandenen Löcher werden Kunststoffrohre als verlorene Schalung gestellt. Die Rohre sollten etwa 2cm bis 5cm über Oberkante Erdboden enden. Sie werden ausgerichtet und in den Schächten fixiert.
  • Der Hohlraum zwischen Rohr und Schachtwand wird mit Kies oder Schotter verfüllt, anschließend werden die Rohre mit Beton ausgegossen. Verdichtet wird mit einem Holzstab oder auch einem schmalen Innenrüttler.

Ist der Beton ausgehärtet, kann der Aufbau der Unterkonstruktion erfolgen. Um die Terrasse vor Durchwuchs zu schützen, empfiehlt sich die Verlegung eines Wurzelvlieses. Als Alternative zu den Punktfundamenten mit verlorener Schalung können fertige Köcherfundamente verwendet werden. Diese sind bereits für die Montage von Pfostenfüßen vorbereitet. 

Fundamentaufbau für die Steinterrasse

Bereits in der Planungsphase des Terrassenfundaments sollte das erforderliche Gefälle festgelegt werden. So wird es bereits beim Aushub mitberücksichtigt. Beim Aushub selbst sollte falls erforderlich der Platz für die Randbefestigung mit eingeplant werden. Die Aushubtiefe für Terrassen beträgt eine Mindesttiefe von 20cm bis Unterkante Belag.

Schritt für Schritt verläuft die Herstellung eines Terrassen-Fundaments folgendermaßen:

  • Abtragung des Mutterbodens und Bodenaushub mit vorgesehenem Gefälle.
  • Setzen der Randbefestigung (erforderlich bei losen Unterbauten wie Sand oder Split) in erdfeuchten Beton der Festigkeitsklasse C12/15 (alte Bezeichnung B15). Nach dem Setzen wird als Rückenstütze zusätzlicher Beton an der Außenseite angefüllt und verdichtet.
  • Das Substrat wird nach dem Aushärten des Betons eingefüllt und verdichtet, für die Tragschicht geeignet sind als lose Substrate Kies und Schotter geeignet.
  • Die Tragschicht wird mit einem Gefälle von mindestens 2,5% eingebaut, damit versickertes Oberflächenwasser abfließen kann.
  • Ideal für den Terrassenunterbau mit normaler Belastung sind korngestufte Kiestragschichten mit einer Körnung 0/32 oder 0/45. Sie werden erdfeucht in einer Stärke von 15 bis 30cm eingebracht und lagenweise verdichtet.

Alternativ kann ein Terrassenfundament als Betonplatte gegossen werden. Dies ist allerdings im privaten Garten nicht erforderlich und mit viel Aufwand und Kosten verbunden.

Auf das fertige Fundament können Terrassensteine oder –platten verlegt werden. Die Verlegeweise richtet sich nach dem Unterbau. Zu beachten ist, dass der Plattenbelag erst dann verdichtet werden darf, wenn das Fugenmaterial eingebracht ist.