Fassade

Putze für Draußen und Drinnen

Putze haben eine Jahrtausende alte Tradition, denn bereits die alten Römer verwendeten eine Wandbeschichtung aus Mörtel, um ihre Häuser wohnlicher zu gestalten. Putz nannten die Römer diese Wandbeschichtung allerdings noch nicht, dieser Begriff kam erst im 17. und 18. Jahrhundert auf.

Putze werden zunächst einmal zur Verschönerung der Oberfläche aufgebracht. Je nachdem, ob der Putz drinnen oder draußen zum Einsatz kommt, übernimmt er jedoch auch noch andere Aufgaben. Zum einen werden mit einem Putz Unebenheiten ausgeglichen, zum anderen schützt er als Außenputz vor Wind und Wetter, trägt zur Wärmedämmung bei und reguliert als Innenputz die Raumfeuchte.

Die verschiedenen Arten von Putzen

Putze werden unter den unterschiedlichsten Bezeichnungen auf dem Markt angeboten. Der gleiche Putz kann daher unter verschiedenen Namen erhältlich sein. Wird er nach seinen Inhaltsstoffen bezeichnet, so kann es sich zum Beispiel um einen Kalkputz, Kalkzementputz, Zementputz, Gipsputz, Lehmputz oder Kunstharzputz handeln. Putze werden jedoch auch nach Art der Verarbeitung, Oberflächenbehandlung, Auftragsstärke oder Funktion benannt.

Nach Art der Verarbeitung heißt der Putz dann zum Beispiel Baustellenputz, Trockenputz oder Maschinenputz. Soll die Art der Oberflächenbehandlung hervorgehoben werden, so handelt es sich beispielsweise um einen Scheibenputz, Kellenstrichputz, Kratzputz oder Reibeputz. Einem Renovierputz, Sanierputz, Akustikputz oder Wärmedämmputz sieht man hingegen schon am Namen an, welche Funktion dieser besitzt. Über die Auftragsstärke geben hingegen Dünnschichtputze und Dickschichtputze Auskunft. Und schließlich werden noch Grundputze bzw. Unterputze und Oberputze unterschieden. Hier weiß der Verarbeiter dann sofort, an welche Stelle dieser Putz kommt.

Putze aufbringen

Die Verarbeitung von Putzen erfolgt entweder mit der Hand oder der Maschine. Während das maschinelle Verputzen in der Regel den Profis vorbehalten ist, wagen sich auch immer mehr Heimwerker an das Verputzen mit der Hand. Das ist mit den richtigen Werkzeugen auch gar nicht so schwer, sofern einige grundlegende Dinge beachtet werden. Zum Einsatz kommen zum Beispiel Kelle, Glätter, Spachtel, Reibebrett und Kardätsche bzw. Aufzieher. Damit der Putzmörtel an der Wand haften bleibt, ist er mit der nötigen Portion Schwung auf den Untergrund zu werfen. Nur wenn die Luft aus den Oberflächenporen des Putzgrunds verdrängt wird, ist auch eine optimale Haftung des Putzes garantiert. Darüber hinaus darf ein Putz nicht bei großer Hitze, bei Frost oder einem kräftigen Regenschauer verarbeitet werden. Auch der Untergrund muss so sein, dass der Putz haften kann – er muss tragfähig sein und darf nicht sanden oder kreiden.

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Hinweis

Wichtig ist insbesondere bei mehreren Putzlagen, dass Untergrund und Putzsystem aufeinander abgestimmt sind. Als Grundregel gilt, dass die Härte der einzelnen Schichten von innen nach außen abnehmen sollte. Wird dies nicht beachtet, so sind Risse durch Trocknungsspannungen oder Temperaturveränderungen zu befürchten. Risse durch Schwinden können zudem entstehen, wenn man einen Glätt- oder Reibeputz nach dem Aufbringen nicht sofort mit der Glättkelle glattzieht. Bei diesen Putzweisen sollten daher immer nur kleine Flächen angeworfen werden. Bei einem Kratzputz muss die Oberfläche hingegen bereits etwas erhärtet sein, bevor sie mit einem Nagelbrett aufgeraut wird und das gewünschte Aussehen erhält.

Grundputz und Oberputz

Besteht ein Putz aus verschiedenen Lagen, wird zwischen Grundputz und Oberputz unterschieden, die verschiedene Aufgaben haben. Ein Grundputz gleicht zum Beispiel leichte Unebenheiten aus und ist Träger für einen Oberputz, aber auch für Fliesen, Anstriche oder Tapeten. Soll der Grundputz nur einen Anstrich erhalten oder tapeziert werden, muss er entsprechend sorgfältig ausgeführt werden. Der Grundputz ist in der Regel zwischen einem und drei Zentimetern stark. Auf normal saugenden Untergründen kann er direkt aufgebracht werden. Bei Beton oder anderen wenig oder nicht saugenden Untergründen ist eine Vorbehandlung mit einer Haftbrücke notwendig.

Ist der Putzgrund stark saugend oder besteht er aus Mischmauerwerk, so ist eine sogenannte Aufbrennsperre als Grundierung notwendig. Einzelne Rohre oder Kabel können problemlos mit dem Grundputz einbetoniert werden. Bei größeren Unebenheiten kommt man hingegen nur mit dem Grundputz nicht aus. Diese müssen auf andere Weise verfüllt werden.

Vor allem im Außenbereich folgt auf den Grundputz der Oberputz. Dieser ist voll der Witterung ausgesetzt und muss entsprechend regenfest und beanspruchbar sein. Als Oberputz kann ein Dickschichtputz oder Dünnschichtputz zum Einsatz kommen. Wie der Name bereits sagt, besitzt ein Dickschichtputz eine größere Stärke als der Dünnschichtputz. Er ist in aller Regel mineralisch gebunden und besitzt eine Schichtdicke, die größer als das Maximalkorn ist. Bauphysikalisch ist ein Dickschichtputz einem Dünnschichtputz vorzuziehen. Bei diesem handelt es sich meist um einen Kunstharzputz, bei dem die Schichtdicke durch die maximale Kornstärke limitiert ist. Damit ein mineralischer Putz allerdings als Wetterschutz fungieren kann und zudem ein regelmäßiges Erscheinungsbild abgibt, muss er mit einem Egalisationsanstrich versehen werden.

Mineralischer Putz und Kunstharzputz

Nachdem im vorigen Kapitel bereits von mineralischem Putz und Kunstharzputz die Rede war, sollen diese nun ausführlicher beschrieben werden. Die Unterscheidung dieser Putze erfolgt in diesem Fall anhand des Bindemittels. Ein mineralischer Putz besitzt demnach mineralische Bindemittel und beim Kunstharzputz kommen organische Bindemittel zum Einsatz. Die Unterscheidung von Putzen nach ihren Bindemitteln macht daher Sinn, weil durch sie ganz maßgeblich die Eigenschaften des Putzes beeinflusst werden. Ansonsten kommen bei Putzen noch Zuschläge zum Einsatz, bei denen es sich in aller Regel um Sand handelt. Bei Lehmputzen werden auch Stroh und Tierhaare verwendet.

Die Bindemittel von mineralischen Putzen sind Kalk, Zement oder Gips. Gipsputze sind nur für den Innenbereich für normale und geringe Beanspruchung geeignet. Ganz im Gegensatz zu den Zementputzen, die dort zum Einsatz kommen, wo es besonders heftig zugeht: Kelleraußenputz und Sockelputz sind daher die Einsatzgebiete eines wasserabweisenden Zementputzes. Für den Innen- und Außenbereich werden Kalkputze verwendet. Durch spezielle Zusätze können diese Putze auch wasserabweisend und wasserhemmend eingestellt werden.

Gleiches gilt auch für Kalkzementputze, die als Innenputz bei erhöhter Abriebfestigkeit oder als Außenputz ihre Anwendung finden. Kommen wir nun zu den Kunstharzputzen, die lediglich als Oberputze verwendet werden können. Diese pastösen Putze sind sofort einsatzbereit. In der Regel reicht es aus, diese nur kurz durchzurühren. Kunstharzputze sind in vielen verschiedenen Strukturvarianten, Körnungen und Farben erhältlich.

Mörtelgruppen nach der DIN V 18550:

Putzmörtelgruppe Mörtelart
P I Luftkalkmörtel, Wasserkalkmörtel, Mörtel mit hydraulischem Kalk
P II Kalkzementmörtel, Mörtel mit hochhydraulischem Kalk oder mit Putz- und Mauerbinder
P III Zementmörtel mit oder ohne Zusatz von Kalkhydrat
P IV Gipsmörtel und gipshaltige Mörtel
P Org 1 Anwendung als Außen- und Innenputze
P Org 2 Anwendung als Innenputze