Garten

Der Schwimmteich im Garten

Badespaß komplett ohne Chemie macht den Schwimmteich für immer mehr Hausbesitzer zur attraktiven Alternative zum herkömmlichen Swimmingpool. Auch optisch hat die Mischung aus Biotop und Badegelegenheit viele Vorzüge. Für die Planung und Ausführung sind einige Punkte besonders zu beachten.

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Der richtige Standort

Einer der ersten und wichtigsten Punkte der Planung ist die richtige Standortwahl. Ein Schwimmteich muss windgeschützt liegen und sollte nicht der größten Mittagshitze ungeschützt ausgesetzt sein. Halbschatten ist in diesem Zeitfenster optimal. Allerdings dürfen Bäume und Sträucher nicht zu viel Laub eintragen. Dies kann die Wasserqualität negativ beeinflussen und Algenbildung begünstigen.

Auch daran müssen Sie denken

Je nach Größe und Anspruch des Bauherrn kann ein Schwimmteich ganz ohne Technik auskommen. Allerdings sollte eine technische Mindestausstattung mit eingeplant werden. In diesem Fall ist es hilfreich, wenn in der Nähe des Standorts bereits ein Stromanschluss verlegt ist. Neben dem Pool selbst müssen in der Planungsphase bereits Lage und Ausführung von Einstiegen und Stegen mit bedacht werden. Hier ist darauf zu achten, dass die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden.

Wie die Anlage letztendlich aufgebaut wird, hängt maßgeblich von der Nutzungsintensität und der Qualität des Füllwassers ab. Dieses muss vorab im Labor analysiert werden. Je nach Ergebnis werden folgende Teichkomponenten beeinflusst:

  • Flächenanteil der Flachwasserzone
  • Benötigtes Uferfiltrat
  • Pflanzenzusammensetzung
  • Pumpenleistung

Sollen im Schwimmteich Fische gehalten werden, die ebenfalls organische Masse beitragen, muss dies berücksichtigt werden.

Die Schwimmteich-Größe

Größe und Form des Schwimmteichs hängen vom Platzangebot, dem Budget sowie der geplanten Nutzung ab. Soll der Teich zum Schwimmen genutzt werden, ist eine möglichst langgestreckte Form sinnvoll. Der Schwimmbereich sollte eine Fläche von mindestens 35 m² und eine Wassertiefe von 1,80 m aufweisen. Für Plansch- oder Abkühlungsteiche können geringere Größen und Wassertiefen gewählt werden. Zusätzlicher Platz wird für die Regenerationszone benötigt, in der sich die Wasserpflanzen befinden. Das ideale Verhältnis von Schwimmbereich zu Regenerationszone liegt bei 1:1, daraus ergibt sich bereits bei kleineren Teichen eine Grundfläche von 40 m². Wird die Größe der Regenerationszone zugunsten des Schwimmbereichs verringert, ist zusätzliche Filtertechnik für die Erhaltung der Wasserqualität erforderlich.

Der Schwimmteich – Aufbau

Alle Schwimmteiche basieren auf dem Prinzip der Selbstreinigung, wie sie auch in natürlichen Gewässern funktioniert. Durch die Pflanzen im Wasser und im Uferbereich wird das Füllwasser ständig und ganz natürlich gereinigt und behält so seine lebendige und gesunde Qualität. Da es sich beim Schwimmteich um ein künstliches Gewässer unter vergleichsweise ungünstigen Bedingungen handelt, muss besonderes Augenmerk auf die Anlage und die Auswahl der Pflanzengesellschaften gelegt werden. Damit die Pflanzen in Ruhe wachsen und ihre Reinigungsaufgaben übernehmen können, ist der Schwimmteich in zwei Bereiche aufgeteilt, nämlich in die Schwimm- sowie die Regenerationszone. Für den Aufbau der Teichanlage im privaten Hausgarten bietet sich das Einkammer-System an.

Das ausgehobene Teichbecken wird mit stabiler Teichfolie ausgelegt und abgedichtet. Ein Schutzvlies und eine Füllsandschicht schützen vor Durchwurzelung und spitzen Steinen im Untergrund. In der Ruhezone, die vom Schwimmbereich durch Trennwände abgegrenzt ist, wird magere Teicherde oder Nährstoffsubstrat eingebracht. Die Trennwände können aus Kunststoffelementen, Stein, Beton oder mit Kies gefüllten Vliessäcken bestehen und enden etwa 40 cum unter dem Wasserspiegel. So kann das Wasser ungehindert zwischen den Zonen zirkulieren. Größere und aufwändigere Systeme arbeiten mit einem separaten Klärteich, der gegebenenfalls noch einen zusätzlichen Absetzschacht besitzt. Der Wasseraustausch wird über eine Pumpe gesteuert.

Technik im Schwimmteich

Ein Schwimmteich ist ein künstliches Gewässer, das der Natur weitgehend nachgebildet ist. Deshalb ist es wünschenswert, dass möglichst wenig Technik zum Einsatz kommt und der Teich zu einem Selbstläufer wird. Ein wenig technische Grundausstattung ist jedoch sinnvoll und nützlich, um die natürlichen Regenerationsprozesse in Gang zu halten oder zu verstärken. Zum Einsatz kommen in vielen Teichen die Mindestausstattung aus Skimmer, Filter und Pumpe. Auch effektvolle Beleuchtungen werden oft eingebaut. Theoretisch sind auch Einströmdüsen und andere Elemente möglich, allerdings entfernt man sich damit schnell vom Naturteich und muss diese Einflüsse auch bei der Pflanzenauswahl und Teichkonzeption mit berücksichtigen.

Die Teichbepflanzung

Ein Schwimmteich funktioniert nur mit der richtigen Bepflanzung. Die gewählten Pflanzengesellschaften erfüllen vielfältige Aufgaben im natürlichen Reinigungsprozess und müssen gut aufeinander abgestimmt sein. Entscheidend für gutes Wachstum ist ein nährstoffarmer Untergrund, der gleichzeitig übermäßiges Algenwachstum verhindert. Die Bepflanzung lässt sich gemäß den verschiedenen Teichzonen unterscheiden:

  • Schwimmblattpflanzen wie Seerosen spenden Schatten und kühlen das Wasser. Dadurch wachsen weniger Algen, der Sauerstoffgehalt im Schwimmteich bleibt hoch.
  • Regenerationspflanzen wachsen im Ruhebereich des Teichs und reinigen das Wasser. Die Mikroorganismen im Umfeld der Wurzeln schließen organische Masse auf. Diese wird von den Pflanzen als Nährstoff aufgenommen.
  • Unterwasser- und Schwimmpflanzen filtern Phosphate und Nitrate als Nährstoffe aus dem Wasser und tragen damit zur Wasserqualität bei. Die Blätter sorgen ebenso für eine Verschattung.

Der Einstieg in den Schwimmteich

Wenn es um den Einstieg in den Schwimmbereich geht, kann unter einer Vielzahl von Variationen gewählt werden. Mindestens ein Steg, der einen direkten Einstieg in den Schwimmbereich bietet, sollte vorhanden sein. Mit Hilfe der Stege können die Regenerationszonen überbrückt werden. Der Steg oder Einstieg kann aus einfachem Holz, aber ebenso aus Edelstahl oder einer Kombination der Materialien als Blickfang bestehen. Einzelne Holzelemente, anmutig geschwungene Brücken und viele andere Gestaltungsideen können verwirklicht werden. Vorsicht ist geboten, wenn es um die Sicherheit geht. Unterschwimmbare Stege müssen einen ausreichenden Abstand von Stegunterkante zu Wasseroberfläche bieten, bei kastenförmigen Konstruktionen sollten die Stege aus Sicherheitsgründen mit der Beckenoberkannte abschließen.

Auch hinsichtlich der Lauffläche ist Verschiedenes zu beachten: Nur eine rutschhemmende Oberfläche ermöglicht das sichere Begehen, damit sich keine Pfützen bilden, muss Niederschlagswasser leicht abfließen können. Holz als Stegmaterial muss so gewählt und behandelt werden, dass es dem feuchten Klima auf dem Teich standhält. Damit der Steg auch dann stabil bleibt, wenn er als Sprungbrett genutzt wird, ist eine entsprechende Verankerung am Grund des Schwimmteichs entscheidend.

Baugenehmigung für den Schwimmteich

Ob ein Schwimmteich von den Baubehörden genehmigt werden muss, hängt von den Vorgaben der Landesbauordnung ab. Häufig sind Teiche bis zu einem Fassungsvermögen von 100 m³ genehmigungsfrei. Welche Regeln im eigenen Bundesland gelten, lässt sich am einfachsten beim Bauamt in Erfahrung bringen. Auch bei Genehmigungsfreiheit müssen die rechtlichen Vorschriften beachtet werden.

Teichpflege

Ist der Teich fertiggestellt, steht die Erstbefüllung an. Das Wasser sollte mit entsprechenden Mikroorganismen geimpft werden, damit möglichst schnell ein gesundes Gleichgewicht entsteht. Wasserflöhe und verschiedene Bakterienkulturen sind ebenfalls empfehlenswert. Um die natürliche Pflege zu fördern, empfiehlt sich das Einsetzen von Unterwasserschnecken, die sich um den Algenbewuchs kümmern. Nachdem sich ein stabiles Gleichgewicht eingestellt hat – dies ist etwa nach zwei bis drei Jahren der Fall – können weitere Wassertiere wie Krebse oder Muscheln eingesetzt werden. Auf Fische im Schwimmteich sollte möglichst verzichtet werden, da diese sehr viel organische Masse eintragen, die wiederum das Algenwachstum fördert. Welche Teichpflegemaßnahmen erforderlich sind, richtet sich auch nach der Jahreszeit.

Die Teichpflege im Frühjahr

Die Teichpflege im Frühjahr umfasst Maßnahmen wie die Überprüfung des Gleichgewichts und den Wechsel der Teichfilter. Einmal jährlich wird der Teich komplett gereinigt, ideal sind die letzten März- und die ersten Aprilwochen. Blattwerk und andere abgelagerte Stoffe werden entfernt, zum Beispiel mit einem Teichsauger. Nach dem Pollenflug im Frühjahr müssen alle Filter gereinigt werden. 

Die Teichpflege im Sommer

Im Sommer werden stark wuchernde Pflanzen im Schwimmteich zurückgeschnitten, Algen werden abgefischt. Für etwa zehn Stunden pro Tag sollte die Pumpe in Betrieb sein, bei einer intensiven Nutzung und starkem Pollenaufkommen empfiehlt es sich, die Pumpe auch über Nacht laufen zu lassen. Wasserverluste im Sommer, die durch starke Verdunstung entstehen, werden ausgeglichen. 

Die Teichpflege im Herbst

Im Herbst muss der Schwimmteich besonders sorgsam gepflegt werden. Jetzt gilt es, übermäßigen Nährstoffeintrag zu verhindern. Eine regelmäßige Absaugung mit dem Teichsauger oder ein Laubschutznetz über der Wasseroberfläche sind hier geeignete Maßnahmen. Unterwasserpflanzen und Seerosen werden bis zur Wurzel zurückgeschnitten. Die Pumpenanlage muss mit den ersten Frösten abgeschaltet werden. Wichtig ist, das Restwasser aus der Pumpe und den Leitungen zu entfernen und die Kugelhähne zu schließen. 

Die Teichpflege im Winter

Im Winter ruht die Teichpflege weitgehend. Für eine gute Sauerstoffversorgung sorgt bei Frost ein Eisfreihalter.