Garten

Der Swimming Pool im Garten

Bei der Planung und Ausführung eines Pools im Hausgarten müssen vielfältige Aspekte berücksichtigt werden. So kann ein Pool aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sein, auch hinsichtlich der Technik sind mehrere Strategien möglich. Abhängig ist die Auswahl unter anderem von der gewünschten Poolgröße und dem Baugrund. Bereits im Planungsstadium muss nachgeprüft werden, ob für den betreffenden Swimmingpool eine Baugenehmigung erforderlich ist.

colourbox.de

Die ersten Planungsschritte

Einer der ersten Planungsschritte beim Poolbau ist die Auswahl des richtigen Standortes im Garten. Ideal ist die Grundstücksüdseite, die möglichst frei von Bäumen und Büschen sein sollte. Dadurch wird später der Reinigungsaufwand für den Pool reduziert. Das Becken sollte weiterhin möglichst windgeschützt liegen, um eine Auskühlung des Wassers zu vermeiden. Ebenfalls optimal ist, wenn in Standortnähe bereits Strom- und Wasseranschlüsse vorhanden sind, dies erspart einiges an Erschließungsarbeiten und damit auch Zeit und Kosten. Ebenfalls mit in die Standortwahl fließen auch gestalterische Aspekte ein. Je harmonischer ein Pool sich in das Grundstück einfügt, umso mehr Freude haben die Hausbewohner auch optisch an dem privaten Schwimmbecken. Praktisch, aber fürs Auge eher weniger ansprechend ist eine Poolüberdachung. Die Vorteile liegen jedoch auf der Hand: So ist der Pool auch bei schlechterem Wetter und kühleren Temperaturen nutzbar und die Badesaison verlängert sich, zusätzlich bietet die Überdachung Schutz vor Wasserverschmutzungen durch Blätter, Vogelkot oder Zweigen.

Neben dem Pool selbst müssen Treppen oder Leitern sinnvoll geplant werden. Der Fokus liegt dabei auf der maximalen Sicherheit, weiterhin muss der geplante Ausstieg zur Beckengröße passen. Besonders komfortabel sind Antirutsch-Treppenstufen mit sicheren Handläufen, hier bietet sich zusätzlich die Installation von Gegenstromanlagen, Massagedüsen oder Scheinwerfern an.

Die Pool-Größe

Als Standardgröße für den hauseigenen Swimmingpool sind Maße von 8 x 4 m bei einer Wassertiefe von 1,35 bis 1,60 m angegeben. In einem Becken dieser Größenordnung können zwei Personen bequem nebeneinander schwimmen. Generell wird die Größe des Pools jedoch vom Platzangebot, dem Budget und den Wünschen des Bauherrn bestimmt. Damit das Schwimmen auch in kleineren Becken bis 8 m Länge wirklich Spaß macht, ist die Installation einer Gegenschwimmanlage empfehlenswert. Dadurch wird das unterbrechungsfreie Schwimmen auch in den Wendungen gewährleistet.

Pool Typen und Ausführung

Ein Swimmingpool kann aus verschiedenen Materialien sowohl als Fertigteil wie auch bauseits gefertigt werden. Das Material bestimmt in vielen Fällen die mögliche Form und sollte dementsprechend ausgewählt werden. Generell empfiehlt sich eine rechteckige Form für das Schwimmbecken, da so der Platz optimal zum Schwimmen genutzt werden kann.

Stahlwandbecken für den schnellen Swimmingpool

Vorgefertigte Stahlbecken, die als Rund-, Oval- oder Achteckpool erhältlich sind, sind eine schnelle Art, einen Swimmingpool zu bauen. Das Becken wird ganz oder teilweise in die Baugrube auf eine vorher gegossene Betonbodenplatte mit etwa

10 cm Stärke gestellt. Anschließend wird das Becken mit Schwimmbadfolie ausgekleidet und die Einfassung mit Beton hinterfüllt.

Swimmingpool aus GFK

Ähnlich kurz wie beim Stahlwandbecken ist auch bei der GFK-Ausführung die Bauzeit, Schäden können leicht selbst repariert werden. Montiert wird das Becken grundsätzlich so wie der Pool aus Stahl.

Swimmingpool aus Styropor

Ein Styropor-Pool ist leicht zu errichten und dämmt das Wasser gegen die niedrigen Erdtemperaturen. Für rechteckige Pools eignen sich vorgefertigte Becken, mit Schalsteinen aus Styropor können alle erdenklichen Formen gestaltet werden. Die hohlen Styroporteile werden als verlorene Schalung in die Baugrube eingesetzt und mit Beton vergossen. Ist der Beton ausgehärtet, wird die Außenseite des Pools mit Schotter hinterfüllt, die Innenseite wird mit Vlies und Schwimmbadfolie ausgekleidet, die Foliennähte werden verschweißt und versiegelt.

Swimmingpool aus Beton

Ein Swimmingpool kann auch komplett aus Beton gegossen werden. Dazu muss eine entsprechende Schalung errichtet werden, in die der Beton später vergossen wird. Durch Spachtel und Beschichtungen wird eine wasserundurchlässige Wanne hergestellt. Betonpools sind sehr lange haltbar und es können fast alle Gestaltungen realisiert werden, allerdings ist der Bau auch recht kostenintensiv.

Die Verrohrung

Die für den reibungslosen Ablauf der Wasserführung im Pool erforderlichen Rohre bestehen aus PVC und werden am Anfang mit eingebaut. Je nach Anzahl und Lage der Zu- und Abläufe werden die Rohre verlegt. Der gewählte Rohrdurchmesser richtet sich nach der Größe des Schwimmbeckens, also nach der vorhandenen Wassermenge. Die Rohrverlegung sollte gut geplant werden, wie bei jeder Verrohrung sollte bedacht werden, dass die gesamte Anlage nur so leistungsfähig ist, wie ihr schwächstes Glied.

Pool-Überdachungen

Mit einer Überdachung kann der Pool etwa einen Monat länger genutzt werden und das sowohl im Frühling wie auch im Herbst. Die Überdachung ist fest installiert und damit deutlich einfacher zu handhaben als eine Poolabdeckung, die immer wieder auf- und abgedeckt werden muss. Der Rahmen der Überdachung, die über dem Becken aufgebaut ist, besteht meist aus einem Aluminiumrahmen, der mit Doppelstegplatten oder Klarglas ausgefacht ist. In Gebieten mit erhöhter Schneelast ist eventuell eine Verstärkung erforderlich.

Pool-Überdachungen gibt es in verschiedenen Formen wie halbrund, flach oder einseitig aufgestellt. Letztere Variante ist ideal, wenn die Überdachung an einer Wand montiert wird. Bei der flachen Überdachung ist ein erhöhter Einstieg wichtig, damit das Becken auch bei geschlossener Überdachung bequem betreten und benutzt werden kann.

Pool Technik

Damit das Wasser im Pool immer frisch und hygienisch bleibt und ein gesunder Kreislauf gewährleistet werden kann, ist einiges an Technik nötig. Bereits beim Bau muss ein Skimmer mit berücksichtigt werden. Dieses Bauteil nimmt den oberflächlichen Dreck auf. Pro 25 m² Wasserfläche ist ein Skimmer erforderlich. Im Poolboden muss ein Bodenablauf eingeplant werden, um das Wasser bei Bedarf komfortabel ablassen zu können. Besonders bei den Einbauteilen sollte auf hohe Qualität geachtet werden, da ein Austausch in der Regel hohen Aufwand bedeutet. Soll der Pool mit Salzwasser befüllt werden, müssen Skimmer und Bodenablauf aus Kunststoff gefertigt sein, Edelstahl korrodiert in kurzer Zeit.

Weitere technische Bauteile, die für einen Swimming Pool eingeplant werden müssen sind:

  • Pumpe
  • Mehrwegeventil
  • Filterkessel
  • Chlorfühler
  • pH-Fühler
  • Wärmetauscher
  • Salzmaster
  • pH-Dosierer 

Hinsichtlich der Stromversorgung sind die Anforderungen in der DIN VDE 0100-702 zu beachten. Da am Pool schnell eine Überspannung entstehen kann, sollte unbedingt ein zweiter FI-Schalter installiert werden, auch ein Potentialausgleich ist erforderlich. Dosieranlage, Pumpe und Filter werden am effizientesten über eine Zeitschaltuhr gesteuert.

Die Baugenehmigung für den Pool

Ob für den Swimmingpool eine Baugenehmigung eingeholt werden muss, hängt in den einzelnen Bundesländern insbesondere von der Beckengröße ab. In vielen Bundesländern gelten Pools bis zu einem Fassungsvermögen von 100 m³ als genehmigungsfrei, diese Wassermenge ist zum Beispiel bei einer Beckengröße von 12 x 5 x 1,5 m noch unterschritten. Auch bei einer Genehmigungsfreiheit muss der Bau in der Regel beim Bauamt angezeigt werden. Der Poolbau selbst muss nach den anerkannten Regeln der Technik vorgenommen werden. Welche Form der Meldung oder Genehmigung erforderlich ist, ist in den Landesbauordnungen festgelegt. Sicherheitshalber empfiehlt sich immer vor Beginn der Bauarbeiten oder im Planungsstadium eine Rücksprache mit dem zuständigen Bauamt.

Beckenpflege und Wasseraufbereitung

Generell empfiehlt es sich, das Wasser im Pool zweimal pro Tag komplett umzuwälzen und zwar über den Tag verteilt. Das bedeutet, dass die Umwälzpumpe etwa acht bis zwölf Stunden pro Tag in Betrieb ist. Die idealen Zeiten ergeben sich auch aus dem Nutzungsverhalten der Hausbewohner. Das Wasser im Pool muss regelmäßig überprüft werden, mit entsprechenden Fühlern kann dies weitgehend automatisiert werden. Immer wieder wird auch die Beseitigung von Algen erforderlich. Feine Trübungen, die nicht gefiltert werden können, lassen sich durch ein Flockmittel anschärfen.

Grobe Verschmutzungen wie zum Beispiel Laub oder Pollen werden mit einem Kescher regelmäßig entfernt, um die Filter nicht zu überlasten. Im Herbst und im Frühjahr sollte bei leerem Pool die Schwimmbadfolie bzw. die Poolbeschichtung genau kontrolliert werden. Kleinere Schäden lassen sich dann leicht beseitigen.