Landschaftsbau

Treppen im Garten

Außentreppen sind in fast jedem Garten zu finden. Je nachdem, ob es sich um eine Naturstein-, Beton-, Holz- oder Stahltreppe handelt, sind bei der Planung und Ausführung verschiedene Gesichtspunkte zu berücksichtigen. 

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Die Sicherheit bei der Benutzung ist auch ein wichtiger Punkt. Um diese zu jeder Zeit zu gewährleisten, müssen für die Oberflächenqualität der Trittstufen wie auch für die Handläufe verschiedene Aspekte beachtet werden. Eine angepasste Beleuchtung sorgt dafür, dass die Außentreppe auch bei schlechten Lichtverhältnissen sicher begehbar ist und den Weg durch den Garten weist. 

Treppen zur Überwindung von Höhenunterschieden

Treppen im Garten können für unterschiedliche Aufgaben eingeplant werden. So geht es zum Teil lediglich darum, einen Höhenunterschied mit einigen wenigen Stufen zu überbrücken. In abschüssigen Gärten mit einem Gefälle von 7% oder mehr empfiehlt es sich, Gartenwege durch Treppen zu ersetzen beziehungsweise Stufen in die Wegeführung einzusetzen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass einzelne Stufen auf dem Gehweg schnell zu Stolperfallen werden können. Die Stufen sollten weniger schematisch als organisch-natürlich angeordnet werden. So ergibt sich ein Verkehrsweg, der optisch harmonisch wirkt und sich gut begehen lässt. Sehr starke Gefälle lassen sich am komfortabelsten mit Treppen überwinden, die parallel zum Hang in Form von Serpentinen angeordnet sind.

Auf das richtige Verhältnis kommt es an

Wie bei Wohnraumtreppen spielt auch bei der Gartentreppe das richtige Verhältnis aus Stufenhöhe (Steigung S) und Stufentiefe (Auftritt A) eine wichtige Rolle. Dieses sogenannte Steigungsmaß errechnet sich nach folgender Faustformel: 2 S + A = 63 cm. Je näher man an dieser Formel bleibt, umso komfortabler lässt sich die Treppe begehen. Abweichungen führen zu Schwergängigkeit, die die Benutzer leicht zum Stolpern bringen kann. Außen- und Gartentreppen haben in der Regel aufgrund des größeren Platzangebotes etwas andere Steigungsverhältnisse als Innentreppen. Üblich sind zum Beispiel folgende Maße (Steigungshöhe / Auftrittstiefe):

  • 16 / 31
  • 15 / 33
  • 14 / 35
  • 12 / 39

Treppengestaltung im Gartenraum

Hinsichtlich der Gestaltung der Gartentreppe gibt es die verschiedensten kreativen Möglichkeiten. So kann eine Treppe sich ganz dezent in die Gartenlandschaft einfügen oder als Highlight und mit dem Charakter einer Skulptur die Blicke auf sich ziehen. Um die Treppe zum Teil des Geländes zu machen, empfiehlt es sich, bauliche Einfassungen möglichst zu vermeiden und die Stufen zum Beispiel seitlich ins Gelände einzubinden. Das klappt über die beidseitige Anordnung von Staudenbeeten oder Sträuchern. Zum Bauwerk wird die Gartentreppe mit flankierenden Mauern, die nicht unbedingt aus Stein sein müssen. Auch eine in Form geschnittene Hecke – zum Beispiel aus Buchsbaum – erzeugt diese Wirkung. 

Arten und Konstruktionsweisen von Treppen

Steintreppen

Soll ein fließender Übergang zwischen Wegen oder Terrassen und den angelegten Gartentreppen entstehen, dann empfiehlt es sich, für die Treppe das gleiche Material zu wählen, das auch die angrenzenden Flächen aufweisen. Die große Auswahl an Natursteinen und Kunststeinen bietet hier viele Möglichkeiten. Dazu sind verschiedene Konstruktionsweisen möglich:

Stellstufen

Mit sogenannten Stellstufen lässt sich eine Treppe im Garten leicht realisieren. Diese Stufen bestehen aus einer senkrecht gestellten Setzstufe aus Platten, Pflasterklinkern, Leisten- oder Bordsteinen. Die Trittstufen können aus den verschiedensten Materialien bestehen, häufig sind Natursteinplatten zu finden. Wichtig ist, dass die Stellelemente ausreichend weit im Boden verankert sind, als Richtwert gilt folgende Regel: Um eine 15 cm hohe Setzstufe stabil einzubauen, sollte der verwendete Kantenstein mindestens 30 cm hoch sein. Einsatz findet diese Treppenkonstruktion häufig im Landschaftsbau oder in abschüssigen Gärten.

Außentreppe aus Pflaster

Außentreppen aus Ziegel- oder Betonpflaster können je nach Art des Bodens entweder im Mörtelbett auf Unterbeton oder im Sandbett verlegt werden. Das Sandbett eignet sich nur dann, wenn der gewachsene Boden abgetreppt wird und insgesamt eine ausreichende Standfestigkeit aufweist. In diesem Zusammenhang spricht man auch von sogenannten Legstufen, die Trittstufen besitzen in der Regel eine Materialstärke von drei bis acht Zentimetern.

Außentreppen aus Naturstein

Eine weitere Möglichkeit, eine Steintreppe im Garten zu bauen, besteht in Form von Blockstufen. Dazu werden massive Natursteinblöcke direkt auf den Boden verlegt. Vorteilhaft sind die natürliche Frostsicherheit und die einfache Verlegung. Aufgrund des hohen Eigengewichts ist kein gesonderter Unterbau erforderlich, lediglich der gewachsene Boden muss entsprechend tragfest sein, damit der Stufenblock nicht absinkt oder abrutscht. Blockstufen sind in vielen verschiedenen Gesteinsarten erhältlich, so zum Beispiel in Basalt, Granit, Sandstein, Schiefer oder Travertin. 

Holztreppen

Holztreppen im Garten können ebenso wie Steintreppen freistehend oder mit einem den Stellstufen ähnlichen Konstruktionsprinzip realisiert werden. Die freistehende Treppe folgt den gleichen Konstruktionsprinzipien, die auch sonst im Treppenbau eingesetzt werden. Wichtig ist die Verankerung im Außenbereich. Um die Stützpfeiler der Holztreppe vor Bodenfeuchtigkeit und Spritzwasser zu schützen, sind entsprechende Maßnahmen vorzusehen. Dazu können Stützenfüße in den Boden einbetoniert werden, in die die Holzstützen mit entsprechender Bodenfreiheit eingesetzt werden.

Knüppelstufen

In Hausgärten lässt sich leicht die Knüppelstufe als einfache Form der Stellstufe realisieren. Anstelle einer Steinplatte oder eines Bordes werden horizontal übereinander liegende Rundhölzer oder ein senkrechtes Brett verwendet. Gesichert wird die Konstruktion mit einem Holzpflock, der in den Boden getrieben ist. Diese Treppenkonstruktion ist allerdings ausschließlich für wenig belastete Bereiche realisierbar. Die Haltbarkeit ist je nach verwendeter Holzart begrenzt, empfehlenswert sind Eiche, Douglasie oder Lärche. Die Trittstufen bestehen meist aus verdichtetem Schotter oder Split. Verlängern lässt sich die Lebensdauer dieser Treppenkonstruktion, wenn wasserdurchlässiges Material verwendet wird.

Geländer und Handläufe

Werden freistehende Treppen im Garten angeordnet, ist ein Geländer aus Sicherheitsgründen Pflicht und zwar immer dann, wenn eine Höhendifferenz von einem Meter oder mehr besteht. Bei längeren Treppen sind Handläufe zu empfehlen, da der Aufstieg dadurch leichter und sicherer wird. Podeste oder geschwungene Verläufe sorgen für Abwechslung. Stufen ohne Einfassung werden interessant, wenn die Stufenbreiten variieren oder versetzte Auftritte gewählt werden. Hierbei ist jedoch immer das Augenmerk auf die gute Begehbarkeit nach oben genannter Formel zu richten.

Außentreppen als Zugang zum Wohnraum

Außentreppen im Garten können nicht nur der Überbrückung von Geländegefällen und der Struktur dienen. Gerne werden Treppen auch eingesetzt, um Balkone oder obere Geschosse direkt vom Garten aus zugänglich zu machen. Als Material wird in der Regel Stahl verwendet, die Trittstufen bestehen häufig aus Gitterplatten, die zusätzlich mit Antirutschmaßnahmen wie zum Beispiel Noppen versehen sind. Optisch besonders ansprechend wirken Spindel- oder Wendeltreppen. Aufgrund der Höhen, die bei einer solchen Außentreppe überwunden werden müssen, ist ein Geländer Pflicht, weiterhin müssen die Vorgaben aus der DIN 18065 für baurechtlich nicht notwendige, zusätzliche Treppen eingehalten werden. Als Außentreppe gelten laut DIN alle Treppen mit einer ununterbrochenen Folge von mindestens drei Treppenstufen. Besondere Anforderungen bestehen hinsichtlich der rutschhemmenden Eigenschaften, die Treppenstufen sollten zur Stufenkante geneigt sein, um den Ablauf von Regenwasser zu ermöglichen.

Treppenbeleuchtung

Die Beleuchtung im Garten ist Gestaltungs- und Sicherheitselement gleichermaßen. Vor allem Gartenwege und Gartentreppen werden deutlich leichter begehbar, wenn für eine entsprechende Beleuchtung gesorgt wird. Hierzu gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. So können Treppen zum Beispiel von seitlichen Wand- oder Standleuchten flankiert sein, im Garten eignen sich dazu die sogenannten Pollerleuchten. Extravagant und effektiv sind Bodenleuchten, die direkt in die Trittstufen eingelassen werden oder Lichtleisten in den Setzstufen. Der Einbau der Beleuchtung in die Treppe sollte möglichst bereits bei der Treppenplanung berücksichtigt werden. Alternativ können auch Solarleuchten eingesetzt werden, die eine Verlegung von Erdkabeln überflüssig machen und dennoch ausreichend Licht für die sichere Begehung der Treppe bieten.

Sicher unterwegs auf Außen- und Gartentreppen

Hinsichtlich der Sicherheit von Gartentreppen gibt es zwei wesentliche Punkte zu beachten. Bei Treppen, die größere Höhenunterschiede überwinden, muss ein absturzsicheres Geländer angebracht sein, um eine sichere Begehung zu gewährleisten. In den Landesbauordnungen ist folgendes festgelegt:

  • Auf den freie Seiten von Treppenläufen, Treppenabsätzen und Treppenöffnungen (Treppenaugen) müssen Geländer angebracht werden, wenn die Absturzhöhe 1,0 Meter oder mehr beträgt. Bis zu einer Absturzhöhe von 12 Metern ist eine Höhe des Geländers von 90 cm gefordert.
  • Der zweite wichtige Sicherheitsaspekt betrifft die Rutschhemmung. Außentreppen und Gartentreppen sind der Witterung ausgesetzt. Bei Nässe können ungeeignete Oberflächen ausgesprochen glatt und damit zum Unfallrisiko werden. Um bei Steinstufen eine ausreichende Rutschhemmung zu erreichen, sollten die Oberflächen geflammt, sägerau, gestockt oder sandgestrahlt sein. Holztreppen werden bei Nässe oft ebenfalls spiegelglatt. Abhilfe schafft eine Riffelung, die allerdings mit einigen Nachteilen wie schwieriger Reinigung, Splitterneigung und schlechterem Regenabfluss verbunden sind. Um eine Holztreppe auch bei Nässe sicher begehbar zu machen, eignen sich auch Antirutschmatten aus Gummi.