Treppenformen
Treppen können nach ihrer Grundrissart unterschieden werden. Die Form ist maßgeblich verantwortlich für den Nutzwert und den Flächenverbrauch. Zu den gängigsten Treppenformen gehören:
Geradläufige Treppe
Die geradläufige Treppe ist die einfachste Form eines Treppengrundrisses mit einer Folge gerader Stufen vom Antritt bis zum Austritt. Von Podesten unterbrochene geradläufige Treppenteile bezeichnet man als Podesttreppen.
Gewendelte Treppe
Der Vorteil von gewendelten Treppen ist die platzsparende Ausnutzung der vorhandenen Fläche. Durch den gebogenen Treppenlauf ergeben sich keilförmige Stufen, die am Treppenauge sehr eng und an der Wand sehr breit sein können. Der gewendelte Treppenlauf kann am Antritt und auch am Austritt liegen. Dabei unterscheidet man zwischen einer viertelgewendelten Treppe bei einer Biegung von 90° und einer halbgewendelten Treppe, wenn sich diese um 180° biegt.
Spindel- und Wendeltreppe
Spindel- und Wendeltreppen werden häufig begrifflich gleichgesetzt, dabei liegt der Unterschied im Detail. Wendeltreppen führen freitragend nach oben; in der Mitte entsteht ein runder Freiraum (Treppenauge). Spindeltreppen hingegen werden in der Mitte um ein verbindendes Element gewendelt, die sogenannte Spindel, die oft in Form eines Metallstabes umgesetzt wird.
Bestandteile einer Treppe
- Treppenstufe
- Antrittpfosten
- Seitenwange
- Treppenpodest
- Geländerstab
- Handlauf
- Wandwange
Treppenplanung – Betontreppe oder freitragende Lösung?
Die wohl grundlegendste Unterscheidung der Treppenart im Innenausbau besteht in der Wahl zwischen Stahlbetonkorpus oder freitragender Treppe. Die massiv wirkende Betontreppe wird meist sehr früh in der Bauphase umgesetzt. Wenn Sie sich für die Betonlösung entscheiden, sollten Sie unbedingt bereits vor deren Errichtung die endgültige Auflage als auch die Geländerlösung festlegen. Was die Verkleidung angeht, können Sie zwischen einer Treppenverkleidung mit Tritt- und Setzstufen oder einer Trittstufenauflage mit weiß geputztem Spiegel wählen. Bei letzterer Variante wirkt die Treppe durch das Weglassen der Setzstufen ein wenig leichter.
Freitragende Treppen erfordern während der Bauphase ein Provisorium, das sehr kostengünstig aus Bauholz hergestellt werden kann. Die eigentliche Treppe wird dann erst zum Ende hin angebracht, wodurch Beschädigungen oder auch die übermäßige Aufnahme von Baufeuchtigkeit bedeutend eingeschränkt werden können.
Bauweisen von Geschosstreppen
Bodentreppen
Wird Ihr Dachboden nur als Abstellraum genutzt, bietet sich eine praktische Bodentreppe an. Sie besteht aus dem Lukenkasten, dem Lukendeckel und der Leiter und besitzt häufig einen festen Handlauf. Die Bodentreppe, auch Speichertreppe genannt, kann bei Bedarf ausgeklappt und nach dem Gebrauch wieder diskret und platzsparend in der Decke verstaut werden. Bodentreppen gibt es aus Holz oder aus Metall und in feuerhemmender Ausführung. Brandhemmende Dachbodentreppen sind sinnvoll, da sie auch im Brandfall ihre Tragfähigkeit beibehalten und dem Feuer bis zu 90 Minuten Widerstand leisten.
Falttreppe
Eine Falttreppe besteht grundsätzlich aus drei Treppenstücken, die Sie nach dem Öffnen des Deckels auseinanderfalten müssen. In den meisten Fällen sind diese Treppen aus Holz gefertigt, um ein geringes Gewicht für das leichte Falten der Treppe und eine gute Stabilität zu gewährleisten. Bei den noch stabileren Modellen aus Stahl wird das Ein- und Ausklappen der Treppe von einem Federmechanismus unterstützt.
Bodentreppen richtig bestellen: Immer mit 4 Maßen
Geben Sie bei der Bestellung Ihrer Bodentreppe diese vier Maße an: Länge und Breite der Deckenöffnung, Deckenstärke und lichte Raumhöhe. So erhalten Sie die passende Treppe mit DIN-gerechtem Stufenabstand und, falls erforderlich, einer Zusatzstufe am Austritt. Ein Anpassen oder Absägen ist nicht nötig; Stolperfallen werden vermieden.
Scherentreppe
Ähnlich einer Ziehharmonika funktioniert die Scherentreppe. Sie ist aus Aluminium oder Stahl hergestellt und aufgrund ihres Faltmechanismus sehr platzsparend. Selbst in kleine Dachluken passt sie hinein und ist mit einer Tragkraft von ca. 150 kg dazu sehr robust. Praktisch: Scherentreppen sind in elektrischer Ausführung mit Fernbedienung erhältlich. Auf Knopfdruck öffnet sich die Dachluke und die Treppe fährt aus.
Leichter Einbau ohne Schaum
Dank einer Technik aus dem Fensterbau ist es heute möglich, eine Bodentreppe ohne Schäumen und Kleben einzubauen. Der Handwerker stellt durch Einschieben der Bodentreppe in die Deckenöffnung einen luftdichten Bauwerkanschluss her, setzt die Montageschrauben in die vorgebohrten Löcher und schraubt sie fest – schon ist die Montage abgeschlossen.