Regenwasser ableiten mit System
Neben dem Abwasser muss auch das Regenwasser abgeleitet werden. In der Praxis wird das Regenwasser entweder zum Abwasser geleitet oder getrennt von diesem entsorgt. Das erste ist ein Mischwassersystem und das andere ein Trennsystem.
Das Mischwassersystem
Ein großer Nachteil des Mischsystems ist, dass das Abwasser durch das Regenwasser stark „verwässert“ wird. Die Kläranlage hat mehr zu tun, als eigentlich notwendig ist und muss entsprechend groß dimensioniert werden. Bei heftigen Regenfällen ist sie trotzdem häufig überlastet. So bleibt dann nichts anderes übrig, als ungeklärtes Abwasser einem Gewässer zuzuführen.
Das Trennsystem
Bei einem Trennsystem kann das nicht passieren. Dort gelangt nur das Abwasser zum Klärwerk. Das Regenwasser wird entweder in ein Regenrückhaltebecken oder sofort in ein Gewässer eingeleitet. Allerdings ist das Regenwasser nach einer langen Trockenperiode meist derart verschmutzt, dass es unbedingt einer Reinigung unterzogen werden müsste. Doch das ist bei einem Trennsystem nicht möglich.
Fazit: Die Systeme im Praxistest
In der Praxis sind Trennsysteme dennoch im Vormarsch, früher hingegen wurde meist in einem Mischwassersystem entwässert. Ob Trennsystem oder Mischwassersystem – das Abwasser gelangt bei der Grundstücksentwässerung zunächst vom Haus in die Grundleitungen. Dabei handelt es sich um Abwasserleitungen, die unter dem Fundament und im Erdreich verlaufen.
Achtung!
Problematisch ist bei Grundleitungen unter dem Fundament, dass sie praktisch nicht gewartet, geschweige denn repariert oder ausgetauscht werden können. Bei unterkellerten Gebäuden wird daher vermehrt dazu übergegangen, die Rohre unter der Kellerdecke zu montieren. Ist kein Keller vorhanden, müssen die Grundleitungen natürlich unter der Bodenplatte verlaufen. Hier ist es zu empfehlen, die Rohre auf schnellstem Weg unter der Platte wegzuführen. Von der Grundleitung gelangt das Abwasser im besten Fall in einen Schmutzwasserschacht. Häufig fehlt dieser jedoch, dann wird das Abwasser direkt an die Grundstücksgrenze und schließlich in den öffentlichen Hauptkanal geführt. Gelangt das verschmutzte Wasser zunächst in einen Schacht, wird es über Hausanschlusskanäle in den öffentlichen Kanal geleitet. Die Rohre für die Grundleitungen und Hausanschlusskanäle haben einen Durchmesser von 100 bis 150 mm (DN 100 bis DN 150). Sie sind entweder aus Steinzeug oder PVC, gelegentlich sind auch Gussrohre zu finden.
Wenn nichts mehr geht: Revisions- oder Kontrollschacht
Wer sich für die Dichtheit seiner Abwasserrohre weniger interessiert, der wird sich spätestens dann über einen Revisions- oder Kontrollschacht freuen, wenn die Abwasserrohre verstopft sind und nichts mehr geht. Dann kann der Fachmann die Rohre sehr viel einfacher und günstiger wieder in Gang bringen. Verstopft sind die Abwasserrohre schnell. Wurzeln können zum Beispiel den Querschnitt zuwuchern, wenn sie durch eine undichte Stelle schlüpfen. Auch können sperrige Gegenstände den Abfluss verhindern. Schließlich kann die Verstopfung auch ein schleichender Prozess sein, wenn sich im Laufe der Jahre Ablagerungen bilden.
Warten der Grundstücksentwässerung durch Kontrollschächte
Auf einen Kontrollschacht sollte eigentlich nicht verzichtet werden, da er ein einfaches Warten der Grundstücksentwässerung ermöglicht. Noch besser ist es, wenn es auch innerhalb des Gebäudes Revisionsschächte gibt. Da Abwasserrohre gerne undicht werden und jede Menge Abwasser ins Erdreich und somit auch ins Grundwasser gelangen, ist eine Überprüfung der Dichtheit nach DIN 1986 sogar vorgeschrieben. In Nordrhein-Westfalen kann die Gemeinde sogar das Einrichten eines Kontrollschachtes fordern. So steht es zumindest im Landes-Wassergesetz im Paragraph 61a.