Bei einem Sparrendach besteht die tragende Dachkonstruktion aus hölzernen Sparren. Diese verlaufen in regelmäßigen Abständen senkrecht zur Dachfläche – von der Traufe bis zum First. Beim klassischen Satteldach mit zwei geneigten Dachflächen verbindet der Dachfirst die beiden Flächen. Man könnte auch sagen: Der Dachfirst ist die Linie, an der je zwei Sparren aufeinandertreffen. Die Sparren sind aber nicht der einzige hölzerne Bestandteil des Dachstuhl, die Trag- und Konterlatten kommen noch hinzu.
Konterlattung
Bei einem Steildach mit Zwischensparrendämmung – ohne Aufsparrendämmung werden die Konterlatten von außen direkt auf den Sparren befestigt und verlaufen von der Traufe bis zum First. Auf den Konterlatten werden später die Traglatten montiert. Indem die Konterlattung die Ebene der Traglatten ein Stück anhebt, ist ein Lüftungsspalt zwischen den Dachpfannen und der darunterliegenden Unterdeckbahn gegeben. Dieser Abstand dient der sicheren Ableitung von durch die Deckung eindringender Feuchtigkeit.
Verfügt das Steildach über eine Aufsparrendämmung, werden die Konterlatten nicht direkt auf den Sparren verlegt, sondern auf der Dämmstoffebene. Sie müssen also durch den Dämmstoff hindurch am Sparren befestigt werden. Dafür kommen spezielle Systemschrauben zum Einsatz, die lang genug sind, um sowohl die Konterlatten als auch die Dämmstoffplatten zu durchbohren.
Traglattung
Die Traglatten werden im 90°-Winkel auf die Konterlatten montiert und bilden die tragende Konstruktion für die Dachpfannen. Der Abstand der Latten muss exakt auf die Deckbreite der verwendeten Dachziegel oder -steine abgestimmt sein. Natürlich müssen die verwendeten Holzlatten auch über eine entsprechende Tragfähigkeit verfügen, technisch getrocknet sein und eine CE-Kennzeichnung aufweisen. Nach DIN 4074 muss das Holz mindestens der Sortierklasse S 10 entsprechen (normale Tragfähigkeit).
Wichtig ist auch ein gewisser Mindestquerschnitt der Latten. Typische Maße für Dachlatten sind 30 x 50 oder 40 x 60 mm. Latten mit kleinerem Querschnitt (24 x 48 oder 24 x 60 mm) dürfen nur eingesetzt werden, wenn das Holz der Sortierklasse S 13 entspricht (hohe Tragfähigkeit). Wie groß der Mindestquerschnitt im Einzelfall sein muss, hängt auch vom Sparrenabstand des Daches ab (Auflagerabstand). Allgemein lässt sich sagen: Je größer der Sparrenabstand, desto größer muss auch der Lattenquerschnitt sein.
Das Steildach ist die am weitesten verbreitete Dachform in Deutschland und besitzt die größte Vielfalt von möglichen Materialien für die Dacheindeckung.
Mit dem richtigen Zubehör ist Ihr Dach nicht nur optisch schön, sondern vor allem auch technisch perfekt ausgestattet. Beim Dachzubehör sind Ihrer Vorstellung keine Grenzen gesetzt – von Schneefanggittern über Dachbelüftung bis hin zu Begehungslösungen gibt es allerhand Extras.
Befestigung und Sturmsicherung
Das Dach ist nicht nur Prunkstück eines jeden Hauses, sondern bietet selbstverständlich auch Schutz vor äußeren Einflüssen. In sehr windstillen Regionen reicht oft schon das Eigengewicht der Dacheindeckung aus, um die Ziegel oder Steine an Ort und Stelle zu halten. In Regionen mit stärkeren Windböen sollte das Dach zusätzlich gesichert werden, z. B. mit entsprechendem Befestigungsmaterial wie Sturmklammern zum Einhängen oder Anschlagen an die Traglattung. Auch geschnittene Dachpfannen lassen sich einfach mit der passenden Kehl- oder Gratklammer befestigen. Mit Zubehör wie diesem gelingt eine adäquate Windsogsicherung nach DIN EN 1991-1-4.
Windlast
In der DIN EN 1991-1-4 sind die Windlasten beschrieben, die auf eine Dacheindeckung einwirken können. Zur Einschätzung, welche Maßnahmen zum Schutz der Dachdeckung ergriffen werden müssen, sind folgende Grunddaten von Ihnen zu erfassen:
- Gebäudestandort
- Dachform
- Gebäudeabmessungen
- Dachneigung
- Deckunterlage
- Dachziegelmodell
Basierend darauf wird eine Windlastberechnung durchgeführt. Anhand der abgebildeten Windzonenkarte können Sie sich vorab ein Bild davon machen, welchen Windlasten Ihr Dach in etwa standhalten muss.
Schutz vor Dachlawinen
Durch Schneefanggitter werden Personen vor Verletzungen sowie Objekte und parkende Autos vor Sachschäden durch Dachlawinen geschützt. Seit 2014 muss der Einsatz der Gitter statisch berechnet werden, um bestmöglichen Schutz vor herabstürzenden Schneelasten zu gewährleisten. Klassischerweise wird ein Schneefanggitter aus Aluminium in der entsprechenden Dachfarbe angebracht. Alternativ kann ein ländlicher Baustil durch Rundholzhalter betont werden. Neben den Schneefanggittern gibt es auch Schneenasen, welche die Schneemassen auf dem Dach halten. Diese bezeichnet man auch als Schneehaltesystem.
Dachbegehung
So professionell Handwerker und Schornsteinfeger ihre Arbeit auf dem Dach auch ausüben, trotzdem birgt jede Dachbegehung ein natürliches Risiko. Nicht nur stark geneigte Dächer stellen höchste Anforderungen an die dafür vorgesehenen technischen Hilfen. Damit Dacharbeiten oder Kaminwartungen mit einem Höchstmaß an Sicherheit ausgeführt werden können, gibt es Steigtrittsysteme, die direkt in die Dacheindeckung integriert werden. Diese sorgen nicht nur für einen sicheren, rutschfesten Halt, sondern überzeugen auch im ästhetischen Sinne. Sie trotzen der Witterung und sind extrem langlebig. Das provisorische Anbringen von Leitern oder Haken entfällt.
Eine funktionierende Zu- und Entlüftung ist wichtig, um ein ausgebautes Dachgeschoss funktionsfähig zu halten. Feuchtigkeit, welche in die Konstruktion "eingebaut" wird oder durch Diffusionsvorgänge von der Rauminnenseite in das Dach gelangen kann, muss sicher abgeführt werden, damit es nicht zu einem Bauschaden kommt. Um eine entsprechende Hinterlüftung der Dacheindeckung durch die Konter- und Traglattung gewährleisten zu können, muss an First, Grat und Traufe dafür gesorgt werden, dass Luft ein- bzw. austreten kann.
Sonnenenergie trifft den Zeitgeist, schont den Geldbeutel und ist eine der umweltfreundlichsten Energieformen überhaupt: Bei der Gewinnung werden weder wertvolle Rohstoffe verbraucht noch wird schädliches Kohlendioxid freigesetzt. Dank der Sonnenstunden hierzulande kann ein Großteil der selbstbenötigten Energie mit Solaranlagen abgedeckt werden. Zwei Arten der Solarnutzung werden unterschieden.
Photovoltaik
Egal, ob Sie einen Neubau oder eine Renovierung planen – die Stromerzeugung mit einer Photovoltaikanlagen ist sinnvoll und lohnt sich aufgrund der steigenden Energiepreise vor allem dann, wenn Sie den Strom für den Eigenverbrauch verwenden. Viele Fördermöglichkeiten zur Anschaffung sowie eine staatliche Einspeisevergütung können von Ihnen in Anspruch genommen werden.
In der Regel laufen neue Photovoltaikanlagen auf privaten Wohnhäusern im Mischbetrieb. Das heißt: So viel Sonnenstrom wie möglich wird selbst verbraucht. Überschüsse, die nicht selbst verbraucht und gespeichert werden können, werden eingespeist. Im Durchschnitt kann sich eine Photovoltaikanlage innerhalb von 10 bis 15 Jahren amortisieren.
Solarthermie
Der Großteil des Warmwasserbedarfs kann durch Solarkollektoren umweltfreundlich und kostenfrei gedeckt werden. In der Regel wird die Sonnenanlage mit einem anderen Heizsystem kombiniert, z. B. mit einer Gasheizung oder Wärmepumpe. Diese Kombi gewährleistet, dass das Haus auch in Zeiten geringer Sonneneinstrahlung ausreichend mit Wärme versorgt wird.
Durch einen hohen Wirkungsgrad und clevere Speichertechniken sind sehr gute Erträge möglich: Schon ca. 6 m² Kollektorenfläche reichen aus, um bis zu 60 % des Warmwasserbedarfs einer drei- bis vierköpfigen Familie zu decken – im Sommer sind es sogar bis zu 100 %. Werden die Kollektoren zur Heizungsunterstützung verwendet, lassen sich über das Jahr gesehen bis zu 25 % der Heizenergie einsparen.
Solarsystem nachträglich anbringen
Bei einer Modernisierung sollte im Voraus durch einen Fachmann analysiert werden, ob die Statik des Daches den Aufbau einer Solaranlage erlaubt. Schließlich bringen Solarkollektoren bzw. Solarmodule ein gewisses Gewicht mit sich. Gerade bei einem Altbau ist der Zustand des Daches genau zu prüfen, denn Solaranlagen werden für eine Laufzeit von 20 Jahren gebaut. Renovierungen können während dieser Zeit durch eventuelle Zurückbauten der Solaranlage sehr aufwendig werden. Ein Zugang zum Solardach sollte vorhanden sein, um Wartungsarbeiten an der Solaranlage durchführen zu können.
Indach-Photovoltaikanlage
Ein Photovoltaik-Indach-System macht aus einem Schutzdach ein Nutzdach – und zwar eines, das sowohl umweltfreundlichen Solarstrom erzeugt, als auch in Sachen Design und Optik überzeugt. Gegenüber herkömmlichen Systemen zeichnet es sich dadurch aus, dass es sich nicht vom Dach abhebt. Die Module werden anstelle von Dachpfannen dezent in das Dach integriert, wodurch sich ein vollkommen homogenes, harmonisches Deckbild ergibt, das höchsten Ansprüchen gerecht wird.