Die Regenwassernutzung jedenfalls ist eine gute Lösung – und das sowohl fürs eigene Portemonnaie als auch für die Umwelt. Die Umwelt freut sich, weil bei der Speicherung des Regenwassers die Kanalisation weniger belastet wird, was die Keller-Überflutungs-Rate sinken lässt. Hinzu kommt, dass z.B. ein 4-Personen-Haushalt im Jahr 80.000 Liter weniger Trinkwasser benötigt, wenn er zur Gartenbewässerung, zur Toilettenspülung oder zum Wäschewaschen auf Regenwasser zurückgreift.
Vorteile von Regenwassernutzung
Die zunehmende Flächenversiegelung ist ein Hauptgrund für die Überlastung der Kanalisation. Immer mehr Autos benötigen immer mehr Straßen und Stellplätze. Dazu benötigen wir Menschen immer mehr Platz zu freien Entfaltung, was u.a. die Häusergrößen ansteigen lässt. Das Wasser weiß jetzt nicht mehr, wo es versickern soll und gelangt in die Kanalisation. Diese ist jedoch meist schon Jahrzehnte alt und auf solche Wassermassen überhaupt nicht vorbereitet. Jeder heftige Regenfall sorgt daher für einen Kollaps bei der Wasserentsorgung und für überflutete Keller.
Wird das Regenwasser hingegen gespeichert, werden Überlastungsspitzen im Kanal abgebaut und die Keller bleiben häufiger trocken. Zudem entlastet die Regenwassernutzung die Haushaltskasse, ist das Regenwasser doch kostenlos. Bei einer Trinkwassereinsparung von 80 Kubikmetern und einem Preis von 2 Euro pro Kubikmeter lassen sich so 160 Euro einsparen. Zusätzlich müssen weniger Abwassergebühren gezahlt werden, denn auch Regenwasser gilt als Abwasser, sofern es in den Kanal geleitet wird.
Anschaffung und Größe
Die Anschaffung einer Zisterne oder eines Regenwasserspeichers lohnt sich also auf jeden Fall. Solche Speicher gibt es aus Beton oder Kunststoff und sie werden meist im Garten vergraben. Über eine Leitung gelangt dann das Wasser ins Haus und kann dort z.B. für die Klospülung verwendet werden. Jedoch ist auch ein Einbau im Gebäude, z.B. im Keller möglich.
Für die Berechnung der Größe des Regenspeichers gibt es folgende Faustregel: Pro Person im Haushalt sollte der Speicher etwa zwei Kubikmeter aufnehmen können – bei dem oben genannten 4-Personen-Haushalt wäre also ein 8 Kubikmeter Regenwasserspeicher notwendig. Wichtige Bestandteile eines Speichers sind Filter, Pumpe, Belüftung und Überlauf. Ein Überlauf ist notwendig, damit überschüssiges Regenwasser in die Kanalisation geleitet wird. Noch besser ist es natürlich, wenn man eine Sickergrube anlegt und das überschüssige Wasser dorthin ableitet. Das erfreut zum einen den Grundwasserspiegel und zum anderen sind hierfür natürlich keine Abwassergebühren zu leisten.
Genehmigung notwendig oder nicht?
Eine Genehmigung wird in den meisten Fällen für den Bau einer Regenwassernutzungsanlage nicht benötigt. Der kommunale Versorger muss vor dem Bau jedoch auf jeden Fall kontaktiert werden. Bei ihm ist ein Antrag auf Teilbefreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang zu stellen. Die Genehmigung ist jedoch reine Bürokratie, dem Antrag wird auf jeden Fall stattgegeben. Oft ist es sogar so, dass Anlagen zur Regenwassernutzung von der Gemeinde oder dem Bundesland finanziell unterstützt werden. Auskunft darüber gibt das zuständige Bau- und Umweltamt. Neben dem kommunalen Versorger muss auch das Umweltamt darüber informiert werden, dass ein Regenwasserspeicher gebaut werden soll. Dies verlangt die Trinkwasserverordnung, die auch Vorschriften bei Stilllegung oder bei baulichen Veränderungen an der Anlage enthält.
Alternative Regentonne
Wem das alles erst einmal zuviel Bürokratie ist, der kann sich zunächst einmal mit der guten alten Regentonne begnügen. Das darin aufgefangene Regenwasser reicht zum Bewässern der Tomaten allemal aus. Zudem braucht es hierfür keinerlei Papierkram. Damit das Wasser in die Tonne gelangen kann, ist ein sogenannter Regensammler notwendig, der in das Fallrohr der Dachrinne eingebaut wird.
Im Idealfall besitzt solch ein Regensammler einen Filter, der dafür sorgt, dass Blumen und Gemüse nur sauberes Wasser zum Trinken bekommen. Auch ein Überlaufstopp ist von Vorteil. Dieser verhindert, dass die Tonne bei stärkerem Regen überläuft. Überschüssiges Wasser wird dann wie bisher in die Kanalisation geleitet.