Hochwasser

Flachpressplatten: OSB-Platten und Spanplatten

Unter dem Begriff „Flachpressplatten“ werden sich nur die wenigsten Laien etwas vorstellen können. Diese Platten gehören zu den Holzwerkstoffen und werden in Spanplatten und OSB-Platten unterteilt. Und diese werden gerne und vielfältig von Profis und Selbermachern verwendet.

Orientierung der Späne bestimmt die Art

Beide Plattenarten bestehen aus Holzspänen und Bindemitteln, die für den Zusammenhalt der Späne sorgen. Der große Unterschied liegt in der Größe und Orientierung der Späne. Gemäß seines Namens „Oriented Strand Bord“ besteht OSB aus orientierten Spänen, während diese bei Spanplatten nicht orientiert sind. Die Späne bei OSB sind zudem um einiges größer, weshalb auch die Bezeichnung Grobspanplatte geläufig ist.

Spanplatten

Ihre Herstellung

Die Herstellung von Flachpressplatten erfolgt auf zwei unterschiedliche Arten. Die Platten werden zum einen im Taktverfahren und zum andern im kontinuierlichen Verfahren hergestellt. Auf eine genauere Beschreibung der Verfahren soll an dieser Stelle verzichtet werden.

Spanplatten werden mitunter auch im Strangpressverfahren hergestellt. Mit diesem Verfahren lassen sich auch die sogenannten Röhrenspanplatten fertigen. Mit ihren röhrenförmigen Hohlräumen sind diese Spanplatten um einiges leichter. Sie bilden häufig das Innenleben von Innentüren. OSB-Platten lassen sich nicht im Strangpressverfahren herstellen, da die Späne dafür zu groß sind.

Ihre Vorteile

Die Beliebtheit von Spanplatten liegt vor allem an der universellen Einsetzbarkeit und der leichten Verarbeitung. Der günstige Preis trägt sein Übriges zur Erfolgsgeschichte bei. Spanplatten gibt es im Fachhandel in roher oder geschliffener Ausführung zu kaufen. Sie werden im Möbel- und Innenausbau vielfältig verwendet. Zum Verschrauben kommen dabei spezielle Spanplattenschrauben zum Einsatz. Für Selbermacher gibt es zum Beispiel Fußboden-Verlegeplatten, die mit Nut und Feder verlegt werden oder Spanplatten mit Melaminbeschichtung.

OSB-Platten - Immer mehr im Kommen!

OSB-Platten werden zum Beispiel zur Beplankung von Wand, Dach und Decke verwendet. Sie überzeugen durch ihre hohe Biegefestigkeit und eine geringe Dickenquellung. Beim Bau von Fertighäusern ersetzen OSB-Platten mehr und mehr die Dampfbremse. Mit ihnen lassen sich diffusionsoffene Konstruktionen ohne Folien problemlos realisieren. Auch für den Bau von Regalen und Gestellen werden die Platten gerne verwendet. Die dekorative Optik macht die OSB-Platte auch für Sichtfußböden oder Möbel interessant. Im Handel gibt es die Grobspanplatten für verschiedene Anwendungsbereiche. 

Hinweis:

Die gesetzlichen Vorgaben und DIN-Normen sind oben unter "Hinweise & Tipps" zu finden.

Spanplatten nach DIN EN 312-1:

(früher V 20, V 100 und V 100 G) 

allgemeine Verwendung
(im statischen Sinne nicht tragend):
allgemein verwendbar, auch für im
statischen Sinne tragende Bauteile
hochbelastbar für im
statischen Sinne tragende Bauteile
P1 für leichte Verkleidungen im Trockenbereich P4 Trockenbereich P6 Trockenbereich
P2 für Möbel- und Innenausbau im Trockenbereich    
P3 im Feuchtbereich P5 Feuchtbereich P7 Feuchtbereich

OSB-Platten nach DIN EN 300:

Die DIN EN 300 unterscheidet grundsätzlich vier OSB-Klassen.

  • OSB/1: Platten für den Innenausbau (einschließlich Möbel) zur Verwendung im Trockenbereich.
  • OSB/2: Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Trockenbereich.
  • OSB/3: Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Feuchtbereich.
  • OSB/4: Hochbelastbare Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Feuchtbereich.