Hochwasser

Holzfassade

Naturfassaden aus massivem Holz sind längst keine Exoten mehr. Sie stehen für junges, ökologisches und naturnahes Wohnen und bereichern die Architektur mit überraschend verspielten Designarten. Auch Material­kombination sind im Kommen: Holz mit Naturstein- und Betonmauerwerk, mit Edelstahl, Aluminium und Glas – moderne Holzfassaden sind Hingucker, die man nicht so schnell vergisst. Sehen Sie selbst!

Seit Jahrtausenden wird Holz als natürlicher und wohngesunder Baustoff für den Hausbau eingesetzt. Bis heute hat er nicht an Attraktivität verloren. Bei vorgehängten hinterlüfteten Fassaden zählt Holz zu den beliebtesten Werkstoffen für die Verkleidung – nicht zuletzt, weil sich durch verschiedene Holzarten, Profile und Verlegetechniken zahlreiche Fassadeneffekte realisieren lassen, die von rustikal über klassisch bis hin zu modern reichen. Häuser in Massivbauweise können mit einer VHF ganz leicht in Häuser mit Holzoptik verwandelt werden.

Typische Verlegetechniken für Holzfassaden sind die Stülpschalung (horizontal) sowie die Boden-Deckel-Schalung (vertikal). Lamellen-Verschalungen mit offenen Fugen liegen besonders im Trend.

Befestigungsarten

Montageclips

Holzprofile werden mit den Montageclips so verschraubt, dass die sichtbare Seite der Holzfassade unversehrt bleibt und die Montageclips von der Fuge verdeckt werden. Die Befestigung greift im Verborgenen, die Fassade scheint förmlich zu schweben.

Der Montageclip ermöglicht eine rasche und präzise Verlegung ohne zusätzlichen Abstandshalter. Die Montage ist damit sehr schnell und einfach erledigt. Die unversehrten Profiloberflächen sorgen für eine ansprechende Optik und erhöhen die Lebensdauer der Fassade.

Schrauben

Im Gegensatz zu Montageclips ist die Befestigung mit Schrauben um einiges zeitintensiver. Um ein schönes Erscheinungsbild zu erreichen, sollten Sie unbedingt vorbohren, sonst kann das Holz Risse bekommen.

Bei der Beplankung mit offenen Fugen muss jedes einzelne Profil ausgelotet werden; bei der Beplankung mit Nut und Feder ist die regelmäßige Kontrolle bzw. ein regelmäßiges Nachjustieren nötig. Mit bestimmten Techniken ist es möglich, die Schrauben verdeckt anzubringen.

Beplankungsarten

Horizontale Beplankung

Die waagrechte Verlegung bietet sich an, um Häuser breiter und kompakter erscheinen zu lassen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Fassadenprofile horizontal anzubringen. Bei einer Stülpschalung werden die Profile schräg überlappend an der Traglattung befestigt. Hierfür nutzen Sie am besten ein Glattprofil oder ein Profil mit einer Tropfnase.

Es stehen Ihnen aber auch Profile mit Nut und Feder sowie sichtbarer oder verdeckter Befestigung zur Verfügung. Nuten sollten nach unten zeigen, sonst sammelt sich in ihnen Regen- oder Schmelzwasser. Bei einer horizontalen Schalung besitzt jedes Profil eine Wasserkante. Dadurch ist eine horizontale Schalung viel stärker feuchtebelastet als eine vertikale Schalung.

Vertikale Beplankung

Senkrechte Profile strecken das Haus optisch. Die Boden-Deckel-Schalung ist eine der möglichen Varianten der vertikalen Beplankung. Klassisch verwendet man ein Glattkantprofil, gerundet oder gefast. Die Bodenbretter werden in gleichen Abständen senkrecht zur Traglattung geschraubt, anschließend folgt die separate Verschraubung der Deckbretter auf die Traglattung. Eine Überdeckung von 20 mm ist üblich. Je nachdem, wie groß Sie die Abstände zwischen den Bodenlatten wählen, entsteht ein anderer Effekt.

Auch bei der vertikalen Schalung stehen Ihnen zahlreiche Profile mit Nut und Feder zur Auswahl. Sie entscheiden, ob Sie diese sichtbar oder verdeckt befestigen möchten. Nut- und Federverschalungen sollten generell so montiert werden, dass sich die Nuten von der Wetterseite abwenden. Vorteil der senkrechten Beplankung: Das Regenwasser läuft gut ab. Dafür sind die Stirnseiten der Fassade am Boden eher der Feuchtigkeit ausgesetzt und müssen besonders geschützt werden.


Designtrends


Gängige Holzarten

Nordische Fichte

Kleine, fest verwachsene Äste prägen die Optik der Nordischen Fichte. Neben den typisch braunen Ästen gehören auch kleinere schwarze oder schwarz umrandete Äste sowie Harzgallen (Harzaustritt möglich) zum Bild der beliebten Holzart. Das helle, deutlich strukturierte Holz ist feinjährig gewachsen und lässt sich sehr gut bearbeiten. Nordische Fichte muss unbedingt mit Holzschutzmitteln behandelt werden, da es sonst nicht witterungsbeständig ist.

Sibirische Lärche

Aufgrund ihres außergewöhnlich langsamen Wachstums ist die Sibirische Lärche von Natur aus besonders widerstandsfähig und formstabil. Sie besticht durch eine sehr feine Struktur, vorwiegend fest verwachsene Äste und der herrlich rötlich-braunen bis gelblich-weißen Anmutung. Durch die hohe Witterungsbeständigkeit ist die Lärche sehr dauerhaft und besonders für eine unbehandelte Verarbeitung mit natürlicher Vergrauung oder mit Endbehandlung durch Vergrauungslasur geeignet.

Weiß-Tanne

Das Holz der Weiß-Tanne zeigt sich rötlich- bis gelblich-weiß, besitzt nur wenig runde Astmarken und ist harzfrei. Holzprofile aus Weiß-Tanne sind standardmäßig keilverzinkt erhältlich. Das erhöht die Qualität und setzt zusätzlich optische Akzente. Die Sichtseite ist gebürstet und verleiht den Profilen eine besondere Ausdruckskraft. Eine Oberflächenbehandlung ist grundsätzlich empfehlenswert.

Douglasie

Breite Jahresringe und auffällige Äste geben der Douglasie ihr charakteristisches Aussehen. Das rötlich-braune Holz besitzt eine hohe natürliche Witterungsresistenz und wird daher meist unbehandelt verwendet. Mit zunehmendem Alter wird Douglasie immer härter. Ohne farbige Behandlung vergraut Douglasie im Außenbereich silbergrau.

Red Cedar

Beige bis rötlich und im Prinzip frei von Ästen ist Red Cedar, ein Holz, das als sehr widerstandsfähig gegenüber Witterungseinflüssen gilt und naturbelassen verarbeitet werden kann. Nach längerer Belichtung des trockenen Holzes setzt eine leichte Bräunung ein. Das nordamerikanische Nadelholz besticht zudem durch seinen aromatischen Duft.

Oberflächen­bearbeitung

Gehobelt

Präzise eingestellte Hobelmesser sorgen dafür, dass eine absolut gerade und glatte Oberfläche entsteht.

Strukturiert

Als Grundlage dient eine gehobelte Oberfläche. Diese wird intensiv mit mehreren Bürsten bearbeitet. Da Weichhölzer wie die Fichte weiche und harte Jahresringe besitzen, bürsten sich diese unterschiedlich stark aus. Es entsteht eine wellige Oberfläche mit deutlich plastischer Holzstruktur.

Feingesägt und gebürstet

Mit präzisen Schnitten werden die zu verarbeitenden Holzbalken aufgetrennt, wodurch eine sägeraue Oberfläche entsteht. Durch mehrmaliges Bürsten werden lose Holzfasern entfernt, um höchste Qualität zu gewährleisten. Eine feingesägte und gebürstete Oberfläche bietet den besten Untergrund für jede Farbbeschichtung.


Pflegeaufwand

Eine Holzfassade ist robust und kann viele Jahrzehnte überdauern, vorausgesetzt, Reinigung und Pflege stimmen. Wie hoch der Pflegeaufwand ist, hängt stark von der Holzart, der Behandlung des Holzes und der Konstruktionsweise ab. Bei unbehandeltem Holz wie z. B. Sibirischer Lärche, ist der Pflegeaufwand sehr gering, da das Holz im Laufe der Zeit eine graue Patina bildet, die auf natürliche Weise vor Witterung schützt.

Ist diese Optik nicht erwünscht, sollten behandelte Hölzer zum Einsatz kommen. Diese bieten einen vollständigen Witterungs- und Feuchteschutz, müssen aber in regelmäßigen Abständen gereinigt und mit Pflegeanstrichen versehen werden. Wichtig ist auch, dass Sie alle Bauteile von Zeit zu Zeit kontrollieren, um Risse frühzeitig zu erkennen und zu verschließen.

Ein Vordach sowie passend positionierte Balkone schützen Fassaden konstruktiv vor Schlagregen.