Wenn auf einen effektiven Wärmeschutz verzichtet wurde, kann das Wohnen und Schlafen unter dem Dach im Sommer unerträglich sein. Wer also nicht in einem Schloss mit meterdicken Wänden wohnt, muss sich auch um den Schutz vor Hitze kümmern. Das fängt zum Beispiel beim Einbau spezieller Fenster an, geht weiter über die verschiedenen Möglichkeiten der Verschattung und endet bei einer speziellen Wärmedämmung.
Große Fenster lassen viel Sonne hinein
Ein Grund, warum es häufig zu einer Überhitzung im Sommer kommt, ist der Wunsch vieler nach mehr Tageslicht in den Räumen. Durch die immer größer werdenden Glasflächen scheint immer mehr Sonne und damit wird es drinnen auch immer wärmer. Das ist im Winter natürlich von Vorteil, wird dadurch doch die Heizung entlastet. Im Sommer hat man jedoch nicht so viel Freude an der Sonnenbestrahlung. Sonnenschutzgläser sorgen hier für Abhilfe. Durch eine spezielle Beschichtung oder Färbung vermindern diese Gläser die Sonneneinstrahlung ins Gebäude.
Die Wirkungsweise der Fenster ist unterschiedlich. Bei gefärbten Sonnenschutzgläsern werden die Sonnenstrahlen absorbiert, während bei beschichtetem Glas die Energie nach außen reflektiert wird. Das Maß für die Sonnenschutzwirkung von Glas wird über den sogenannten g-Wert angegeben. Ein gutes Sonnenschutzglas besitzt einen g-Wert von 0,2 bis 0,4. Bei einem Wert von 0,2 gelangt lediglich 20 Prozent der Sonnenenergie in den Raum.
Rollos, Rollläden oder Markisen helfen zusätzlich
Zusätzlich helfen Rollos, Rollläden oder Markisen, dass nicht zu viel Wärme in den Raum gelangt. Ein außen angebrachter Sonnenschutz ist hierbei einem innen angebrachten unbedingt vorzuziehen. Während mit einem innen angebrachten Rollo nur etwa 10 bis 20 Prozent der Wärme reduziert werden kann, lässt sich der solare Wärmeeintrag mit außen liegenden hinterlüfteten Jalousien bis zu 75 Prozent vermindern. Noch eine höhere Hitzevermeidung bewirken Sonnenschutzfolien, die auf die Fenster geklebt werden. Hier ist jedoch Vorsicht angesagt, kommt es doch bei Sonneneinstrahlung zu einer enormen Hitzentwicklung, die im ungünstigsten Fall sogar dafür sogar kann, dass das Glas springt.
Gute Wärmedämmung schafft Abhilfe
Fenster sind ein Teil des sommerlichen Wärmeschutzes, jedoch muss auch der Wärmedämmung Beachtung geschenkt werden. Ist ein Haus gut gedämmt, hält es nämlich nicht nur im Winter die Wärme im Haus, sondern sorgt auch dafür, dass diese im Sommer nicht nach drinnen gelangen kann. Je leichter die Außenwand, desto wichtiger wird die Dämmung. Während es die Wärme bei dicken Mauern schwer hat durchzudringen, hat sie es bei leichten Konstruktionen umso leichter.
Dämmart - Wärme speichern oder nicht?
Es werden Außenwände von schwerer, leichter und sehr leichter Bauart unterschieden. Schwere Außenwände haben eine Masse von über 600 kg pro Quadratmeter, leichte Außenwände wiegen zwischen 100 und 600 kg pro Quadratmeter, während die Wände sehr leichter Bauart eine Masse von bis zu 100 kg pro Quadratmeter besitzen.
Bei solchen Wänden ist die Wahl des richtigen Dämmstoffs besonders wichtig. Grundsätzlich kann hier unterschieden werden zwischen Dämmstoffen, die Wärme speichern und Dämmstoffen, die keine Wärme speichern. Welche der beiden Möglichkeiten zu bevorzugen ist, darüber streiten sogar die Experten. Wärmespeichernde Dämmstoffe wie beispielsweise Holzfaserplatten puffern die Wärme ab. Das heißt, sie nehmen die Wärme während des heißen Tages auf und geben sie zeitverzögert in den kühleren Nachtstunden wieder ab. Dies vermögen Dämmstoffe wie Mineralwolle, PUR-Hartschaum oder Polystyrol nicht zu leisten. Müssen sie auch nicht, so die Meinung vieler Experten. Sie sehen es durchaus als Vorteil an, wenn die Wärme nirgends gespeichert wird.
Auf jeden Fall Luftdicht!
Ganz gleich ob Wärmespeicherung oder nicht – auf jeden Fall sollten Dämmstofflücken vermieden werden, denn selbst durch kleinste Lücken gelangt jede Menge Wärme ins Haus. Auf Wind- und Luftdichtheit ist also auf jeden Fall zu achten.