Ein- und Zweikomponentiger Schaum
Die einkomponentigen Schäume fangen an auszuhärten, sobald sie mit Wasser in Kontakt kommen. Dabei reicht die Luftfeuchtigkeit in der Regel aus, um den Härtungsvorgang zu beschleunigen, dennoch wird der Schaum häufig noch mit Wasser besprüht. Der Schaum braucht umso länger zum Aushärten, je weniger Wasser zur Reaktion vorhanden ist. In trockenen Räumen kann das durchaus auch mehrere Wochen dauern. Einkomponentiger PUR-Schaum härtet von außen nach innen durch, bei einem zweikomponentigen Schaum ist es genau umgekehrt. Zweikomponentige Schäume brauchen auch kein Wasser zum Erhärten, die haben ihren Härter gleichsam „eingebaut“. Dieser wird aktiv, sobald die beiden Komponenten aufeinandertreffen.
Vielfältige Einsatzbereiche
Wie bereits erwähnt, werden PUR-Schäume auf dem Bau vielfältig verwendet. Der Fensterbauer benötigt den Schaum zum Beispiel zum Montieren von Fenstern und Türen. Auch Türzargen werden mit einem Bauschaum bzw. Zargenschaum in Position gehalten. Im Bereich der Sanitärinstallation kommt PUR-Schaum zum Füllen von Anschlussfugen und Hohlräumen zum Einsatz. Diese entstehen zum Beispiel bei der Wanddurchführung von Heizungs- und Wasserrohren oder auch Lüftungskanälen. Dadurch wird das Eindringen von Wasser oder Wind verhindert.
Dämmend und wasserfest
Auch überall sonst, wo etwas abgedichtet, isoliert oder gedämmt werden soll, sind PUR-Schäume praktische Helfer, sie besitzen nämlich gute Wärme- und Schalldämmeigenschaften. Was auch kein Wunder ist, besteht der Schaum doch zu einem großen Teil aus Luft. Und Luft ist bekanntlich ein sehr schlechter Wärmeleiter. Auch wenn die Schäume das Eindringen von Wasser verhindern können, einem dauerhaften Wasserdruck sind sie nicht gewachsen und saugen sich dann voll. Man kann also sagen, dass PUR-Schaum wasserfest, aber nicht wasserdicht ist.
Haftung auf Untergründen
Die Verwendung von PUR-Schäumen ist auf den meisten Untergründen problemlos möglich. Sie haften auf Putz, Mauerwerk, Beton oder Holz. Grundsätzlich werden auch Metalle wie Kupfer, Edelstahl, Stahl oder Aluminium von PUR-Schäumen nicht angegriffen. Es kann allerdings passieren, dass sich zwischen Metall und Schaum Feuchtigkeit niederlässt, die das Metall rosten lässt. Im Laufe der Zeit kann der Schaum dann vom Untergrund abreißen.
Achtung!
Korrosionsgefährdete Metalle sollten daher vor dem Einsatz von PUR-Schaum mit einem Schutzanstrich versehen werden. Problematisch kann die Verwendung eines Bauschaums bei Gips, Glas oder Keramik werden. Hier ist mit Einschränkungen zu rechnen. Keine Haftung finden die Schäume auf Kunststoffen wie Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE), Siliconen und geölten Untergründen.
Lieber zu wenig als zu viel
Die Weiterverarbeitung auf geschäumten Untergründen ist relativ entspannt, können diese doch lackiert, gestrichen, gespachtelt und verputzt werden. Nicht so entspannt ist es, wenn sich der Schaum zu stark ausgebreitet hat, was besonders Erstanwendern „gerne“ unterläuft, die zu viel aus der Kartusche gedrückt haben. Hier sollte man die Überschüsse abschaben, solange der Schaum noch nicht ausgehärtet ist. Bei der Reinigung helfen Entferner auf Aceton-Basis. Manche Untergründe wie lackierte Oberflächen können allerdings von Aceton angegriffen werden. Hier ist dann Vorsicht angesagt. Ist die Oberfläche vom Schaum befreit, sollte sie mehrmals mit einem sauberen Tuch abgerieben werden.
Nach dem Aushärten ist das Entfernen des Bauschaums ziemlich kraftaufwendig. Zunächst muss nämlich versucht werden, so viel wie möglich vom Schaum mechanisch zu entfernen. Das kann mit einem Spachtel, einer Säge oder einem Messer geschehen. Komplett lassen sich die Spuren dadurch jedoch nicht beseitigen. Im Handel gibt es jedoch Spezialprodukte, mit denen diesen unansehnlichen Resten zu Leibe gerückt werden kann. Solche Schaumcleaner helfen auch dann, wenn die Rückstände in Form von braunen Flecken erst nach Jahren auf dem Fensterrahmen auftauchen.