Hochwasser

Faserzementplatten für Dach oder Fassade

Faserzement hat bereits eine über hundertjährige Geschichte und ist auf vielen Dächern und Fassaden zu finden. Faserzement hat aber auch schon ein tiefes Wellental durchschritten, als bekannt wurde, dass das früher in den Platten enthaltene Asbest Krebs verursachen kann.

Einen schlechten Ruf - was steckt dahinter?

Asbestfasern gaben dem Faserzement lange Zeit die benötigte Zugfestigkeit. Die Industrie hat auf die Gefahren, die von Asbest ausgehen, reagiert und die Asbestfasern nach und nach durch Fasern aus Polyvinylalkohol ersetzt. Diese Armierungsfasern werden in ähnlicher Zusammensetzung auch für medizinische Nähte oder in der Textilindustrie für Schutzgewebe verwendet.

Seit 1991 werden in Deutschland ausschließlich asbestfreie Faserzementprodukte hergestellt. Daraus kann man folgern, dass in vielen Altbauten nach wie vor Asbestzement verbaut ist. Eine Sanierungspflicht besteht dennoch nicht, weil von den Produkten keine unmittelbare Gefahr ausgeht. Solange sie nicht bearbeitet werden, sind die Asbestfasern fest mit dem Bindemittel Zement verbunden. Anders bei einem Abbruch, bei dem die Fasern frei werden können. Dann muss die Entsorgung von Spezialunternehmen durchgeführt werden. 

Eigenschaften und Merkmale

Doch zurück zum asbestfreien Faserzement. Diesem wird bei der Herstellung neben den Armierungsfasern und dem Zement oft auch noch Kalksteinmehl und gemahlener Faserzement beigeben, der aus dem Recyclingprozess stammt. Klar ist, dass dies nur Faserzement ohne Asbest sein kann.

Es gibt verschiedene Faserzementprodukte für Dach und Wand. Die kleinformatigen Faserzementplatten werden für Dach und Wand gleichermaßen verwendet, die Faserzementtafeln finden ihren Platz an Fassaden. Als Faserzementwellplatten kommen die auf dem Dach zum Einsatz. Faserzement zeichnet sich durch Witterungsbeständigkeit und Wartungsarmut aus, zudem ist das Material langlebig und hat eine hohe Beständigkeit gegenüber Fäulnis und Korrosion. Als Alternative zum wesentlich teureren Schiefer steht Faserzement deshalb ziemlich hoch im Kurs. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Dach- und Fassadenplatten aus Faserzement nicht brennbar sind. Zudem lassen sie sich ohne Einschränkungen für alle Anwendungsgebiete und Gebäudehöhen verwenden. Und auch farblich kann der Hausherr unter einer Fülle von Farbtönen wählen. Dabei kann entweder nur die Oberfläche eingefärbt sein, oder das Produkt ist durchgefärbt. Dann sind auch nach der Bearbeitung die Kanten kaum zu sehen. Wichtig bei Dach- und Fassadenplatten ist natürlich auch, dass sie witterungsbeständig sind und dass UV-Strahlen die Farben nicht verblassen lassen. Mitunter ist die Farbe auch wasserabweisend.

Die kleinformatigen Faserzementplatten gibt es für Wand und Dach sowie in vielen unterschiedlichen Formen, Formaten und Farben. Da die Platten auch auf unterschiedliche Weise verlegt werden können, ist ein recht großer Spielraum für die individuelle Gestaltung vorhanden. Als Deckungsarten für Wände sind zum Beispiel die Deutsche Deckung, Quaderdeckung, Vertikaldeckung, Doppeldeckung oder Wabendeckung gebräuchlich. Auf dem Dach findet man zusätzlich noch die Spitzschablonendeckung, Rhombusdeckung oder waagerechte Deckung. Ist das Dach geneigt, kommt es vor allem auf die Regensicherheit an, es darf also kein Regenwasser in den Dachraum gelangen. Dies wird auf unterschiedliche Weise verhindert und hängt u.a. von der Dachneigung und der Deckungsart ab. Bei der Deutschen Deckung werden die Dachplatten zum Beispiel auf einer Vollschalung und einer Vordeckung aus Bitumendachbahnen verlegt. Bei anderen Deckungsarten reicht häufig auch eine Traglattung aus, an die die Faserzementplatten geschraubt bzw. genagelt werden.

Großformate und deren Einsatzgebiet

Für die Fassade gibt es auch großformatige Tafeln aus Faserzement, die teilweise Geschosshöhe erreichen. Sie können über drei Meter lang sein bei einer Breite von 1,50 Metern. Die Materialdicke beträgt zwischen 4 und 25 Millimeter. Solch eine Faserzementtafel kann also ziemlich schwer sein. Für die Unterkonstruktion aus Holz oder Aluminium ist deshalb ein Standsicherheitsnachweis erforderlich. Die Tafeln können unterschiedlich beschichtet sein. Neben deckenden und transparent lasierten Farbbeschichtungen gibt es zum Beispiel auch ultraharte Beschichtungen. Die Tafeln können auch nachträglich mit Spezialfarben behandelt werden.

Sind die Faserzementtafeln für die Verwendung als Fassadenverkleidung vorgesehen, so findet man Faserzement-Wellplatten hauptsächlich auf Dächern. Bevorzugte Einsatzgebiete sind die Landwirtschaft, Garagen oder kleine Lauben. Es können aber auch die Dächer von Wohngebäuden mit Wellplatten gedeckt werden, zumal es spezielle Kurzwellplatten mit nur fünf Wellen gibt.

Besonderheiten

Wellplatten gibt es in verschiedenen Farben, wobei sich die Hersteller an den klassischen Dachfarben Ziegelrot, Dunkelbraun und Dunkelgrau orientiert haben. Wie bei Dachziegeln oder Dachsteinen aus Beton, gibt es auch bei Wellplatten sogenannte Formstücke, mit denen die Dachdeckung vereinfacht wird. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Giebelwinkel, Maueranschlüsse, Firsthauben und vieles mehr.