Hochwasser

Energie & Ökologie

Energiesparen ist das überzeugendste Argument für eine Modernisierung und das wichtigste Thema bei einem Neubau. Dafür sorgen allein die vielen gesetzlichen Vorgaben. In beiden Fällen gilt: Gehen Sie die energetischen Maßnahmen ganzheitlich an, kassieren Sie die höchste Förderung. Unterm Strich können Sie nur gewinnen, das zeigt sich spätestens bei Ihrer Nebenkostenabrechnung.

Energie-Einsparverordnung (EnEV)

An der Energie-Einsparverordnung (EnEV) kommen Bauherren und Modernisierer nicht vorbei. Sie gibt an, welcher Sanierungsstandard für jedes Bauteil verbindlich ist. Nach der Sanierung versichert der Handwerker schriftlich, dass seine Arbeit die Anforderungen der EnEV 2014 erfüllt. Für Hausbesitzer ein wichtiger Beleg, der mindestens 5 Jahre aufbewahrt werden muss. Bei Nichtbeachtung der Vorschriften sieht die EnEV Bußgelder vor, es gilt aber auch ein Wirtschaftlichkeitsgebot: Amortisieren sich die Investitionen nicht in einem angemessenen Zeitraum, können Sie sich von den Anforderungen der EnEV befreien lassen.

U-Wert

Bei einem Neubau- oder Sanierungsprojekt begegnet man dem U-Wert quasi überall. Es handelt sich dabei um den Wärmedurchgangskoeffizienten, der den Wärmestrom durch ein Bauteil in Abhängigkeit vom Temperaturgefälle zwischen warmer und kalter Seite in der Einheit W/(m²·K) angibt. Klingt in der Theorie recht kompliziert, deshalb reicht es für die Praxis zu wissen: Je niedriger der U-Wert, umso besser die Dämmwirkung.

Anwendungsbeispiel

Die EnEV sagt: Dächer bzw. Decken unter nicht ausgebauten Dachräumen (Steildach) sind so zu dämmen, dass ein Wärmedurchgangskoeffizient von 0,24 W/(m²·K) nicht überschritten wird. Bei einem ungedämmten Dach misst man U-Werte von 1,0 und höher. Wird das Dach professionell gedämmt, werden U-Werte von 0,15 oder weniger erreicht!

Geforderte Maximal-U-Werte für Neubauten nach EnEV 2014
Kellerboden InnendämmungU-Wert: 0,50
Kellerwände (Perimeter- / Innendämmung)U-Wert: 0,30
Außenwände mit Außendämmung, WDVS etc.U-Wert: 0,24
Außenwände mit InnendämmungU-Wert: 0,35
FlachdachU-Wert: 0,20
Dach und oberste GeschossdeckeU-Wert: 0,24
Fenster und FenstertürenU-Wert: 1,30
DachflächenfensterU-Wert: 1,40
AußentürenU-Wert: 1,80

Energieeffizienz


Heizung, Warmwasser, Stromerzeugung

Lassen Sie den Heizwärmebedarf Ihres Hauses in Abstimmung mit der Dämmung der Gebäudehülle berechnen und die Heizungsleistung danach ausrichten. So sparen Sie schon bei der Errichtung der Heiz­anlage bis zu 1/3 der Ausgaben und – langfristig gesehen – viel Geld durch die Nutzungsdauer.

Ein sehr wichtiger Aspekt ist die effiziente bzw. intelligente Regelung der Heizung. Heute kann ein einziger Regler alle Funktionen (inklusive Solaranlage) übernehmen. Moderne Regelungen sind auch mit Haustechnik-Bus-Systemen möglich. Bei der Wahl des Wärmeverteilungs-Systems ist eine niedrige Vorlauftemperatur ratsam, um Energieeinsparung und Komfort zu steigern. Mögliche Systeme sind Fußboden- und Wandheizungen, Radiatoren oder Sockelleistenheizungen.

Kombination von Solarthermie mit anderen Systemen

Moderne Gasbrennwertheizungen bringen gegenüber älteren Geräten eine Brennstoffersparnis von etwa 30 %. Noch mehr Brennstoff können Sie einsparen, wenn Sie die Gasheizung mit einer Solarthermie-Anlage kombinieren. Eine Solar-Anlage kann zusätzlich mehr als 50 % Gas und Gaskosten für die Warmwasserbereitung und bis zu 30 % der Gaskosten für die Heizung sparen.

Die Kombination von Solarthermie mit einer Pelletheizung oder einem wasserführenden Kaminofen ist hinsichtlich des Umweltschutzes eine besonders interessante Kombination: Die Warmwassererzeugung und das Heizen sind zu 100 % CO2-neutral und klimafreundlich.

  1. Sonnenstrahlen erwärmen den Kollektor und die darin enthaltene Wärmeträgerflüssigkeit.
  2. Die bis zu 90 °C heiße Flüssigkeit zirkuliert zwischen Kollektor und Pufferspeicher.
  3. Der Wärme­tauscher gibt Solar­wärme an das Wasser im Pufferspeicher ab.
  4. Der Pufferspeicher stellt die Wärme für Heizung und Warmwasser zur Verfügung – auch nachts und an kalten Tagen.

Solarthermie

Die Solarthermie ist eine Sonnenanlage, die solare Strahlung auffängt und in Wärme umwandelt. Diese lässt sich dann zur Heizungsunterstützung oder zur Warmwasserbereitung nutzen. Da das Energieangebot der Sonne durch Verschattung, Bewölkung oder ihre Stellung am Himmel schwankt, wird sie in der Regel mit einem anderen Heizsystem kombiniert.

Eine Gasheizung oder eine Wärmepumpe sorgen zum Beispiel dafür, dass das Haus auch in Perioden mit geringer Sonneneinstrahlung immer mit ausreichend Wärme versorgt wird. Für Solar-Warmwasser wird die gewonnene Energie ausschließlich auf den Trinkwasserspeicher übertragen. Bei einer Sonnenanlage zur Heizungsunterstützung wird die gesamte Umweltenergie zunächst in einen Pufferspeicher geschickt. Dieser ist mit Heizungswasser gefüllt und hält die Wärme zur Beheizung des gesamten Gebäudes vor. Auch hier wird der Speicher, neben der Solaranlage, von einem zweiten Wärmeerzeuger versorgt. Dieser schaltet sich jedoch erst dann ein, wenn die Energie im Speicher zu knapp ist und Haus oder Warmwasser nicht mehr ausreichend versorgt werden können.

Amortisierung

Je nachdem, welche Kollektorart zum Einsatz kommt, liegt die Zeit, ab der eine Solarthermie-Anlage ihre Investitionskosten erwirtschaftet hat und somit ein Plus einfährt, bei etwa 15 Jahren. Wesentlich weniger Zeit nimmt die Amortisation aus ökologischer Sicht ein. Der Zeitpunkt, an dem die thermische Solaranlage mehr Energie selbst erwirtschaftet hat, als für ihre Produktion benötigt wurde, liegt bei Anlagen zur Trinkwassererwärmung bei rund 1,5 Jahren; bei Kombianlagen zur Heizungsunterstützung zwischen 2 und 4 Jahren.

Warmwasser

Es gibt heute viele verschiedene Möglichkeiten zur Warmwasserbereitung, grundsätzlich unterscheidet man aber zwischen den beiden Varianten: zentral und dezentral. Bei den zentralen Möglichkeiten gibt es einen Ort, an dem das warme Wasser erzeugt und anschließend an die Entnahmestellen befördert bzw. in das Heizsystem eingespeist wird. Zu den zentralen Systemen der Warmwasserbereitung gehören Heizkessel, Solarthermie oder Fernwärme. Die dezentrale Warmwasserbereitung kann mithilfe von Durchlauferhitzern oder Gasthermen erfolgen. Diese haben den Vorteil, dass das Wasser erst dann erwärmt wird, wenn man es benötigt. Das verhindert zwar Bereitschaftsverluste, macht jedoch eine hohe Leistung erforderlich. Komfortspeicher oder Bereitschaftsspeicher können hier Abhilfe schaffen.

Die Warmwasserbereitung kann auch direkt über das Heizsystem erfolgen. Diese Lösung ist aber nur im Winter günstig; für den Sommerbetrieb (nur Warmwasserbereitung) muss die Heizung in Betrieb gehalten werden. Das bedingt sehr schlechte Wirkungsgrade, hohen Energieverbrauch und hohe Kosten.

Photovoltaik

Der Gesetzgeber lässt Ihnen die Wahl, auf welche Weise Sie die Vorgaben der EnEV erfüllen. Eine Photovoltaik-Anlage lohnt sich aber auch unabhängig davon, denn Sie können den Solarstrom, den Sie auf Ihrem Dach erzeugen, auch selbst verbrauchen – ohne ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen. Die Vergütung, die Sie im letzteren Fall erhalten, ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt. Die Vergütung sinkt zwar kontinuierlich, doch auch die Produkt- und Anschaffungspreise sind dramatisch gesunken und sinken weiter.

Wann lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage?

Photovoltaik lohnt sich, wenn man möglichst viel Sonnenstrom im eigenen Haus verbrauchen kann. Der Eigenverbrauch rechnet sich nicht durch die Einspeisevergütung, sondern durch die Einsparung des Stromkaufs aus dem Stromnetz.

Mit einem Online-Solarcheck (z. B. unter www.co2online.de/solardachcheck) können Sie ermitteln, ob sich Ihr Dach für eine Photovoltaik-Anlage eignet und den für Sie möglichen Ertrag berechnen – ohne personenbezogene Daten angeben zu müssen.

Kosten für Strom aus Photovoltaik9 bis 12 Cent je kWh
Kosten für Strom aus dem Netz22 bis 32 Cent je kWh
Einsparung13 bis 20 Cent je kWh (45 bis 71 Prozent)
Einspeisevergütung (Mai 2019)8,38 bis 10,95 Cent je kWh

Zum Stromverbrauch im Haushalt kann der Stromverbrauch für Elektromobilität hinzukommen, zum Beispiel für ein Elektroauto oder Elektrofahrräder. So ließe sich der Eigenverbrauch deutlich erhöhen:

Stromverbrauch 4-Personen-Haushalt4.200 kWh pro Jahr*
Stromverbrauch Elektroauto4.000 kWh pro Jahr**

* durchschnittliches Einfamilienhaus ohne elektrische Warmwasserbereitung
** Elektroauto mit 20 Kilowattstunden (kWh) je 100 km bei 20.000 km pro Jahr


Nachhaltigkeit & Wohngesundheit